Neue Verkaufsstrategie
Google greift nach großem Werbekuchen

Der Internet-Suchmaschinenbetreiber Google hat sich in den vergangenen Jahren durch den Verkauf von suchbegriffbezogener Werbung zu einem finanzstarken Riesen gemausert. Nun ist das amerikanische Unternehmen auch hinter den restlichen 98 Prozent der Werbemittel am Markt her.

NEW YORK. Google kündigte aus diesem Grund am Montag weitreichende Änderungen bei der Werbeverkaufsstrategie an. Demnach sollen Kunden künftig entscheiden können, wo ihre Anzeigen erscheinen und was die etwa kosten werden. Außerdem sollen auch so genannte Flash-Animationen möglich sein. Die Schritte, die sich hauptsächlich auf Werbung beziehen, die Google im Auftrag anderer Websites verkauft, sollen vor allem die großen Werbekunden Amerikas anlocken.

Analysten und Werbeindustrie zufolge dürfte der Strategiewechsel Google tatsächlich helfen, die Budgets der Markenproduzenten anzuzapfen, die den Hauptteil der Werbeausgaben in den USA bestreiten. Nach Angaben der Marktforscher von TNS Media Intelligence geben Firmen in Amerika jährlich etwa 140 Mrd. US-Dollar für Werbung aus. Allerdings fließen, so Marktforschern von Jupiter Research, nur etwa 8,4 Mrd. Dollar in Online-Werbung und davon wiederum nur 2,6 Mrd. in suchbegriffbezogene Anzeigen, wie sie Google vertreibt.

„Die haben sich eine 50-Mrd.-Dollar-plus-Chance eröffnet“, sagt Rishad Tobaccowala, Entwicklungsvorstand bei der Publicis Group, deren Tochter Starcom Media Vest bereits mit zahlreichen Klienten die neuen Google-Angebote testet. Google will ihm zufolge die Neuerungen in den kommenden Wochen allen Werbekunden vorstellen. Tobaccowala prophezeit, dass bald viel Gelder von Fernseh- und Magazinwerbung abgezogen und stattdessen für das Internet ausgegeben wird.

Neu ist vor allem, das Google künftig im Auftrag Werbeplätze auf Fremdseiten vertreiben wird. Werbekunden können angeben, wo ihre Anzeigen erscheinen sollen, ohne dass ein Schlüsselwort in ihrer Anzeige oder Website diese mit der Suchabfrage verlinkt. Diese Werbeplätze auf Partnerseiten sollen weitgehend versteigert werden, was den Werbekunden mehr Kostenkontrolle ermöglicht. Bisher wird ausschließlich nach der so genannten Cost-per-Click-Methode abgerechnet – jedes Mal wenn auf eine Anzeige geklickt wird, muss der Kunde zahlen.

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