Neue Wege: Tageszeitung „taz“ startet Wochenzeitung

Neue Wege
Tageszeitung „taz“ startet Wochenzeitung

Die Berliner Tageszeitung möchte mit einer Wochenzeitung neue Leser ergattern. Diese tritt an die Stelle der Samstagsausgabe. Die „taz“ hofft auf 5.000 neue Abonnenten. Diese sind auch dringend nötig.
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BerlinDie „taz“ wird nach eigenem Slogan „dick und gemütlich“ - aber nur einmal in der Woche. Am 20. April erscheint erstmals die „taz am Wochenende“. Damit geht die Berliner „tageszeitung“ neue Wege - und hofft auf neue Leser. Anstelle der bisherigen Samstagsausgabe soll die Zeitung als eine Art Wochenzeitung angelegt sein, beschreibt Chefredakteurin Ines Pohl im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa das Projekt.

„Wir reduzieren die kleinteilige tagespolitische Berichterstattung und wenden uns den Themen der Woche zu“ zugunsten von mehr großen Themen, mehr Einordnung und Hintergrund - und ausdrücklich auch Positivem: „Der Satz "good news are no news" stimmt so doch schon lange nicht mehr.“ Der stellvertretende Chefredakteur Reiner Metzger leite das Team für die Wochenend-„taz“ und sei für den Aufbau des Projekts freigestellt bis Ende 2013.

5000 neue Abonnenten noch in diesem Jahr nennt Pohl als Zielmarke - teils über Kombi-Abonnements mit digitaler Lektüre in der Woche und gedruckter Zeitung am Wochenende. „Wir wollen dann, wenn die Leute mehr Zeit und Ruhe haben zu lesen, eine andere Form von Journalismus präsentieren.“ Das Konzept einer Wochenzeitung sei dafür der beste Weg.

2012 hatten vor allem sinkende Abo-Zahlen der „taz“ nach drei Jahren mit Gewinnen erstmals wieder Verluste beschert. Nach wie vor trug nach Verlagsangaben zwar das tägliche Abo der gedruckten Zeitung den größten Anteil zur Erlösseite bei. Doch mit 41 778 bezahlten Abonnements im Jahresdurchschnitt gingen ihre Zahl im Vorjahresvergleich um 5,5 Prozent zurück.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • sie meinen wohl bezüglich spiegel, taz und presseklub "pseudo-linkes" mainstream-biotop.

    echte linke opposition sieht in diesem land wohl ganz anders aus...

  • wenn die taz untergeht bleibt als einzige richtig linke alternative nur noch die tageszeitung "junge welt" aus berlin mit einer langsam steigenden auflage von rund 19.000. im übrigen funktioniert bei der jw auch das online-geschäft. fast eine ironie. die großen kapitalistischen konzernmedien fahren dort satte verluste ein, bis auf ihre sozialistischen widersacher. chichichi

    neben dem "freitag" wird diese wochenend-taz ein weiteres labiles, ebenso pseudolinkes wackelprojekt bleiben.

    die taz geht wie die grüne partei den weg aller bananen:
    heute grün und morgen gelb und übermorgen schwarz.
    (frei nach marc uwe kling)

  • Wenn die TAZ schliessen würde aufgrund sinkender Abonnentenzahlen, woher kommt dann der Redakteursnachwuchs für den Spiegel her? Und wen lädt Herr Schönenborn dann anstelle von Ines Pohl in den Presseclub ein? Alles Stützen im linken Mainstream-Biotop.

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