Neue Windows 8-Smartphones
Schicksalsstunde für Microsoft und Nokia

Die ersten Nokia-Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone 8 haben in New York Premiere gefeiert. Floppen die Geräte, ist das nicht nur für die Finnen ein weiterer Rückschlag. Auch Microsoft hat viel zu verlieren.
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New York/DüsseldorfEs dürfte einer der wichtigsten Tage für Nokia-Chef Stephen Elop und Microsoft-Vorstand Steve Ballmer sein. In New York hat Nokia am Mittwoch zwei neue Smartphones vorgestellt – es sind die ersten Geräte mit dem Betriebssystem Windows Phone 8. Für beide Unternehmen ist der Erfolg der neuen Geräte der Lumia-Reihe extrem wichtig. Denn beide haben es bisher nicht geschafft, auf dem wichtigen Smartphone-Markt entscheidend Fuß zu fassen.

Das neue Lumia 920 hat einen 11 Zentimeter großen Bildschirm und eine 8,7-Megapixel große Kamera, sagte Elop bei der Vorstellung in New York. Das Smartphone sei mit einer speziellen Software ausgestattet, die als Bildstabilisierer dient. Das Lumia 820 ist mit einem 10,92 Zentimeter großen Bildschirm und einer 8-Megapixel-Kamera ausgestattet, allerdings fehlt die spezielle Software für die Optik. Beide Geräte sollen ab dem vierten Quartal dieses Jahres in den Verkauf gehen.

„Das ist das innovativste Smartphone der Welt“, verkündete die verantwortliche Nokia-Managerin Jo Harlow bei der Vorstellung in New York. Microsoft-Manager Joe Belfiore stellte in New York erste Einzelheiten zum neuen Betriebssystem Windows Phone 8 vor. Es lässt sich stärker personalisieren, hat Nokias Kartendienste noch stärker integriert und bietet verbesserte Funktionen zur Bildbearbeitung wie eine Gesichtserkennung.

Die Karten erweitert Nokia mit neuen Funktionen: „City Lens“ etwa zeigt im Displays Informationen zu Geschäften an, wenn man die Kamera auf eine Straße richtet. Der Akku des Telefons lässt sich zudem drahtlos aufladen.

Microsoft-Manager Joe Belfiore stellte in New York erste Einzelheiten zum neuen Betriebssystem Windows Phone 8 vor. Es lässt sich stärker personalisieren, hat Nokias Kartendienste noch stärker integriert und bietet verbesserte Funktionen zur Bildbearbeitung wie eine Gesichtserkennung. Nokia setzt große Hoffnungen in die Plattform, um die immer noch schwächelnden Smartphone-Verkäufe anzukurbeln.

Für Microsoft sind die neuen Geräte der erste Testlauf seines neuen Betriebssystems. Windows Phone 8 hebt sich nicht nur in punkto Design von allen bisherigen Betriebssystemen des Unternehmens ab, erstmalig soll ein Betriebssystem auch auf allen derzeit angebotenen Geräten laufen – egal ob Tablet, Smartphone oder herkömmlicher Computer. Steve Ballmer muss Erfolge auf dem Smartphone-Markt erzielen, gehört das Segment doch zu den wachstumsträchtigen der nahen Zukunft.

Bereits jetzt werden weltweit mehr mobile Geräte als herkömmliche Computer verkauft. Laut dem Branchenanalysten Canalys hatte Windows Phone im vergangenen Quartal jedoch gerade einmal einen Marktanteil von 3,2 Prozent am Smartphone-Markt. Führend ist mit 68,1 Prozent Googles Betriebssystem Android.

Im Februar 2011 hatten Nokia und Microsoft ihre Kooperation auf dem Smartphone-Markt angekündigt. Für die Finnen bedeutete dies gleichzeitig die Abkehr von dem eigenen, aber erfolglosen Betriebssystem Symbian.

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Nokia schreibt schon seit Monaten rote Zahlen

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  • Nun schlagen Microsoft und Nokia mit den Mitteln zurück, mit denen sie selbst einst aus dem Feld gekickt wurden: Lifestyle und Innovation. Mir war sofort klar, als ich die ersten Fotos zu Nokias Lumia Smartphone und Microsofts Windows Phone 8 gesehen hatte, welche Lücken Apple mit dem iPhone und Google mit seinem Android hinterlassen haben. Für mich aus Lifestyle-Sicht völlig unverständlich... die beschränkte Auswahl zwischen silber, schwarz oder weiß. Farbig geht es bei iPhone, Samsung, HTX und Co. allein auf dem Display zu. Und dies nun schon seit Jahren nahezu unverändert. Die selbsternannten Innovationen beschränkten sich nahezu allein auf die Hardware. Bei dem Gedanken kommt Langeweile auf. Nun ist diese Lücke gottlob geschlossen und damit Nokia und Microsoft sehr wohl zurück auf dem Smartphone-Markt. Nokia ist kein neuer unbekannter Hardwarespezialist, Microsoft kein neuer unbekannter Betriebssystemspezialist. Da kommen Giganten zusammen. Phasen des Misserfolges sind für Apple nicht unbekannt. Warum sollen solche Phasen Microsoft und Nokia anlasten?

  • Man hätte vielleicht noch erwähnen können, dass Nokia erst rote Zahlen schreibt und die Absätze zurück gehen, seitdem Herr Elop CEO in dem Laden wurde. Hier ist das ganze schön grafisch aufgearbeitet:
    http://dominiescommunicate.files.wordpress.com/2012/06/elop_effect_volume.jpg
    Böse Zungen behaupten, das alles sei Teil des Plans. Denn in nicht einmal zwei Jahren hat sich Nokia von einem profitablen, eigenständigen Unternehmen, das gleichzeitig europas größter Betriebssystemproduzent war, zu einem vollständig abhängigen Hardwarezulieferer von Microsoft entwickelt.
    Sämtliche Software-Entwicklung ist entweder gekündigt (MeeGo/Linux, das Erfolgs OS des N9, das dem Gerät trotz mangelhafter Verfügbarkeit sogar höhere Verkaufszahlen als den Lumias ermöglichte), ausgelagert (Symbian wird auch nur noch außerhalb produziert) oder verkauft (Qt, die multi-Platform-Entwicklungsumgebung ist verkauft).
    Das einzige, was Nokia noch hat, ist Hardwareentwicklung, und das die etwas taugt zeigen die neuen Geräte. Allerdings wird Microsoft merken, dass Windows Phone leider so mangelhaft ist, dass auch die Übernahme des weltgrößten Handyproduzenten keine Erfolgsgarantie ist.
    Interessanter Weise wäre eine Übernahme Nokias durch Microsoft vor Elops Eingreifen unmöglich gewesen, durch den rapiden Absturz des Aktienkurses ist nun die Möglichkeit vorhanden, und die Firma passt nun, ohne die Softwareentwicklung, ja auch gut ins Portfolio, denn Microsoft beginnt bereits mit eigenen Geräten im Tabletmarkt und Nokia besteht faktisch nur noch aus einer (guten) Hardwareabteilung, die Microsoft noch fehlt.
    Da Elop als Short-Time CEO geführt wird und gegen Ende des Jahres den Konzern wieder verlassen wird, wird spätestens dann auch die Übernahme stattfinden, eine Investition in die Aktien könnte sich daher trotz der aktuell miserablen Aussichten dennoch lohnen.

  • Seh ich genauso. Hier scheinen verzweifelte Marketingagenturen von Apple einen Konkurrenten totschreiben zu wollen, den sie mit Sachargumenten nicht zu packen kriegen. Und ob nun ein schrumpliger Apple-Manager oder ein Nokia-Muttchen die Dinger in die Kamera hält, ist mir wurscht. Ich brauch ein zuverlässiges, praktisches Teil, das nicht rumnervt und mir die Zeit stiehlt. Werde mir das Ding von Nokia zumindest mal genauer ansehen.

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