Neuer AMD-Chip
Entscheidung auf dem Laptop

Er ist die große Hoffnung von AMD: Der Chiphersteller hat seinen neuen Super-Chip "Puma" vorgestellt, der nicht nur Prozessor- sondern auch Grafik- und Hilfsaufgaben übernimmt. Mit ihm will AMD dem Erzfeind Intel endlich die absolute Herrschaft über den Laptop-Markt streitig machen.

PARIS. Selbstbewusst steht Alberto Macchi neben den beiden großen Bildschirmen mit dem schwarzen Klavierlackfinish. Auf einem davon ist ein AMD-Logo aufgeklebt, auf dem anderen nichts. "Das hier ist kein Papierlaunch", betont der Vertriebschef Europa des Chipriesen AMD immer wieder, damit es auch der letzte der anwesenden Journalisten mitbekommt. "Was sie gleich sehen, sind aktuelle Produkte. Die sind fertig und werden ausgeliefert." Dann kommt Leben in die beiden 42-Zoll-Flachfernseher. Zunächst zeigen sie ein identisches Standbild. Aber während auf dem linken danach formatfüllend Johnny Depp in hochauflösendem Bild und satten Farben auf Piratenjagd in der Karibik geht, flackern und ruckeln auf dem anderen nur ab und zu mal ein paar krumpelige Bildfragmente über den Schirm. Am linken Fernseher hängt - natürlich - ein Laptop mit der neuen "Puma"-Prozessorplattform von AMD und am rechten - selbstverständlich - ein Gerät mit einem Dual-2-Core-Prozessor des Erzfeinds Intel. "Im Hintergrund", bemerkt der Macchi noch süffisant, "läuft übrigens noch iTunes und wandelt Musikdateien um."

Puma ist nicht irgendein neuer Chip, wie sie AMD, Intel, VIA oder andere Hersteller weltweit immer mal wieder auf den Markt werfen. Puma ist die erste komplette Plattform für Mobilcomputer, bestehend aus Prozessor, Grafik- und Hilfschips, die AMD auf dem Markt bringt, seit 2006 mit Milliardenaufwand der Grafikspezialist ATI übernommen wurde. Jetzt muss die Raubkatze ihre Krallen tief ins Fleisch des übermächtigen Konkurrenten Intel mit seinen marktführenden "Centrino"-Prozessoren eingraben. Denn der beherrscht einsam den Markt für Laptops und Notebooks. Holt AMD hier nicht auf, wird es eng für die ewige Nummer zwei.

Denn der Markt für Computersysteme wandelt sich dramatisch. Die Verkäufe von tragbaren Computern werden 2008 die von Desktop-PCs überholen, und während der Absatz der grauen "Staubfänger" unter dem Schreibtisch bis 2011 praktisch stagnieren wird, wird das Mobilgeschäft in Europa im Schnitt mit jährlichen 21 Prozent wachsen, sagen die Marktforscher von IDC.

Gleichzeitig hat sich das Nutzerverhalten geändert. Seit die edlen Klappbaren den Computer zuhause ersetzen müssen, sind andere Fähigkeiten gefragt als noch vor einem Jahr. Musikdateien und Fotos müssen bearbeitet, Videos in hochauflösender Qualität abgespielt und Spiele bewältigt werden.

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