Neuer Anlauf des US-Konzerns
Verizon buhlt um Vodafone-Anteil an Mobilfunktochter

Der amerikanische Telekomkonzern Verizon will nach Angaben aus Branchenkreisen einen neuen Anlauf für die vollständige Übernahme von Verizon Wireless starten. Dem Minderheitsaktionär Vodafone solle ein Angebot für dessen 45-prozentige Beteiligung an der Mobilfunkgesellschaft unterbreitet werden, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch aus den Kreisen. Der Preis könnte bei bis zu 50 Mrd. Dollar liegen.

HB LONDON/NEW YORK. Der Aktienkurs von Vodafone reagierte umgehend und legte zeitweilig um mehr als drei Prozent zu. Am frühen Nachmittag notierte die Aktie an der Londoner Börse 3,0 Prozent fester bei 127 Pence. Vodafone gab keine Stellungnahme ab.

Verizon drängte bereits wiederholt auf einen Erwerb der restlichen Anteile, was Vodafone allerdings ablehnte. Vodafone-Chef Arun Sarin hatte erst kürzlich beteuert, es gebe keine Pläne, sich aus den USA zurückzuziehen. Ein erstes Angebot über rund 40 Mrd. Dollar habe Sarin bereits abgelehnt, hieß es in den Kreisen.

Im Tauziehen um Verizon Wireless arbeitet Verizon dem Vernehmen nach parallel an einem Szenario zur Übernahme des Vodafone-Konzerns, um den Druck auf den weltgrößten Mobilfunkkonzern zu erhöhen. Als Partner seien dabei die spanische Telefonica und Finanzinvestoren im Gespräch. Der Übernahmepreis würde bei umgerechnet 144 Mrd. Euro liegen, verlautete aus mehreren Quellen, die damit einen Pressebericht bestätigten. Mit der Übernahme-Drohung solle Vodafone-Chef Sarin zum Verkauf der Beteiligung an Verizon Wireless gedrängt werden. Ein ernsthaftes Interesse an einem Kauf gebe es nicht.

Den Kreisen zufolge droht das Konsortium mit einer Zerschlagung von Vodafone, wobei die Beteiligungen in Amerika und Großbritannien an Verizon gehen würden und die europäischen Vodafone-Töchter an Telefonica. Allerdings habe Verizon nur geringes Interesse an den Aktivitäten in Großbritannien und Südamerika. Zudem könne Telefonica nach dem Kauf von O2 derzeit keine Übernahme in dem Umfang stemmen, hieß es. Telefonica, Vodafone und Verizon lehnten einen Kommentar dazu ab.

Verizon Wireless ist zu 55 Prozent im Besitz des amerikanischen Telekomschwergewichts Verizon. Im vergangenen Jahr kam der zweitgrößte Mobilfunkkonzern der Vereinigten Staaten auf einen Umsatz von 32 Mrd. Dollar. Verizon Wireless hatte zum Jahreswechsel 51 Millionen Kunden unter Vertrag und war damit mehr als doppelt so groß wie die Telekom-Tochter T-Mobile USA.

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