Neuer Anschluss, alte Nummer
Zwei weitere Telekom-Vorstände vor Abschied

Mit René Obermann bekommt die Deutsche Telekom nicht nur einen neuen Chef. Mit dem Wechsel an der Konzernspitze steht das Unternehmen auch auf anderen Vorstandsposten personell vor einem Neuanfang. Denn nach Kai-Uwe Ricke werden mindestens zwei weitere Vorstände schon in Kürze gehen.

DÜSSELDORF/BERLIN. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, legt Personalvorstand Heinz Klinkhammer zum Jahresende sein Amt nieder. Sein Vertrag läuft zwar noch bis September 2008. Der 60-Jährige sei aber amtsmüde, hieß es in den Kreisen. Klinkhammer habe als Nachfolger Dietmar Welslau vorgeschlagen, den Personalchef der Festnetzsparte T-Com und Geschäftsführer der Telekom-Beschäftigungsgesellschaft Vivento. Welslau stößt bei der Gewerkschaft Verdi aber offenbar auf wenig Gegenliebe und wird deshalb wohl nicht das Rennen machen.

Auch Festnetzchef Walter Raizner ist nach Angaben aus dem Umfeld der Telekom dabei, sich einen neuen Posten zu suchen. Raizner war Anfang September vom damaligen Telekom-Chef Ricke entmachtet worden, als der ihm die Verantwortung für den Vertrieb und die Netztechnik entzog. „Raizner kann sich auf Dauer nicht mehr wohl fühlen im Konzern. Der wird sich bald etwas anderes suchen“, sagt ein hochrangiger Telekom-Manager. Im Konzern wird aber auch gemunkelt, Obermann werde Raizner den Stuhl vor die Tür setzen, sollte der nicht von allein gehen. Obermann und Raizner gelten als Widersacher. Der neue Vorstandsvorsitzende hat als Mobilfunkchef zum Teil um dieselben Kunden geworben wie Raizner mit seinen Festnetzprodukten.

René Obermann bieten die Vorstandswechsel die Chance, sich eine große Machtfülle zu sichern, wenn er es schafft, diese Posten mit eigenen Kandidaten zu besetzen. „Dadurch hat er die Möglichkeit, viel zu bewegen“, sagt Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz.

Obermann wird langfristig aber vermutlich gar nicht zwei Nachfolger für den eigenen Posten und für Raizners Stelle suchen: Aus dem Umfeld der Telekom ist zu hören, der neue Vorstandschef wolle die beiden bisher getrennten Sparten Mobilfunk und Festnetz zusammenlegen. Experten hatten bereits seit langem gefordert, dass die Telekom diese Aufteilung beenden soll, weil sich die beiden Bereiche gegenseitig Konkurrenz machen.

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