Neuer Auftritt: Twitter wird attraktiver für Werbekunden

Neuer Auftritt
Twitter wird attraktiver für Werbekunden

Auf der Suche nach einem neuen Geschäftsmodell gestaltet der Kurznachrichtendienst seine Internetseite neu - und macht damit dem Netzwerk Facebook Konkurrenz. Der Umbau ist ein wichtiger Schritt, um Investorengelder in Millionenhöhe wieder einzuspielen.
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NEW YORK. Der Online-Kurznachrichtendienst Twitter wird dem sozialen Netzwerk Facebook immer ähnlicher. Twitter, eines der erfolgreichsten Start-ups im Silicon Valley, hat seinen Internetauftritt überarbeitet, damit die Nutzer Fotos und Videos künftig direkt auf der Webseite anschauen können. Bislang öffnete sich für Fotos und Videos ein neues Fenster, das die Besucher an Videodienste wie Youtube weitergeleitet hat.

Durch den Relaunch will Twitter für Werbekunden attraktiver werden. Die weltweit rund 160 Mio. Nutzer des Dienstes sollen länger auf der überarbeiteten Seite bleiben und häufiger zu ihr zurückkehren. Dazu kooperiert das Unternehmen mit 16 Online-Diensten wie Youtube und dem Online-Fotoalbum Flickr. Die Twitter-Seite wird dazu in zwei Teile geteilt.

Links stehen die Kurznachrichten, sogenannte Tweets. Rechts sind die Bilder und Videos zu sehen. Das schaffe neue Möglichkeiten für Werbekunden, sagte Twitter-Chef Evan Williams. So könne ein Film-Studio etwa über einen neuen Film twittern und zugleich auch das passende Werbevideo einblenden. Die Meinung der Twitter-Mitglieder über einen neuen Film ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg an der Kinokasse geworden.

Die neue Seite soll schrittweise für alle Nutzer umgestellt werden. Facebook ermöglicht es seinen 500 Mio. Mitgliedern schon längst, Videos und Fotos einzubetten.

Twitter, das vor vier Jahren gegründete wurde, hat sich lange Zeit gar nicht darum bemüht, Geld zu verdienen. Zunächst war es für das Start-up wichtiger, schnell zu wachsen. Mittlerweile werden täglich rund 90 Mio. Tweets versendet und jeden Tag kommen Unternehmensangaben zufolge rund 370 000 neue Mitglieder dazu.

Nun jedoch muss Twitter ein tragfähiges Geschäftsmodell finden, um Investorengelder in Millionenhöhe wieder einzuspielen. Kürzlich holte sich Twitter-Chef Williams den erfahrenen Werbespezialisten Adam Bain an Bord. Dieser leitete zuvor bei Rupert Murdochs Unternehmen News Corp. die Bemühungen, mit dem sozialen Netzwerk Myspace Geld zu verdienen.

Twitter ist nicht börsennotiert und meldet keine Quartalszahlen. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge werde das Unternehmen mit 1 Mrd. Dollar bewertet.

Auch der Suchmaschinen-Riese Google will sich stärker bei sozialen Netzwerken engagieren, um Marktführer Facebook Konkurrenz zu machen. Einem Bericht zufolge scheint sich die Google-Tochter Youtube stärker mit Twitter zu vernetzen. So sollen Nutzer etwa informiert werden, wenn ein Videoclip von vielen ihrer Freunde angesehen werde.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

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