Neuer Geschäftsführer
Larry Page will Google verjüngen

Nach zehn Jahren in der zweiten Reihe kehrt Larry Page am Montag auf den Posten des Geschäftsführers zurück. Page will seine alten Schwächen ablegen - und Google wieder zu einem hungrigen Unternehmen machen.
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San FranciscoWenn Google-Mitgründer Larry Page am Montag erneut den Posten des Geschäftsführers übernimmt, muss er beweisen, dass seine unnahbare und rebellische Art und seine Leidenschaft für exzentrische Visionen Googles Investoren nicht vergraulen. Viele trauen dem Stanford-Absolventen Page die notwendige Vorstellungskraft, Leidenschaft und Intelligenz zu, die ein Konzernlenker braucht, um die Herausforderungen durch junge aufstrebende Konkurrenten und wachsamere Kontrollbehörden zu meistern.

In der Vergangenheit haben sich Investoren daran gewöhnt, dass Google zuverlässig seine Gewinnziele überbietet. Nun sorgen sie sich allerdings, dass unter Page mehr Ressourcen in langfristige Projekte gesteckt werden könnten, die sich erst nach Jahren auszahlen. Viele sind sich außerdem nicht sicher, ob Page in der Praxis die notwendigen Managementfähigkeiten hat, um das mächtigste Internetunternehmen der Welt zu steuern.

Dass er sich nicht allein auf seine Intelligenz verlassen kann, hat Page bereits gelernt, als er nach der Gründung von Google 1998 schon einmal den Posten des Geschäftsführers bekleidete. Obwohl er die ersten Investoren mit seiner Genialität beeindrucken konnte, musste er auf ihr Betreiben hin 2001 den Chefsessel für einen erfahrenen Manager räumen. An seiner Stelle übernahm Veteran Eric Schmidt die Geschäftsführung. Der ist seit den 80er Jahren im Silicon Valley aktiv - einer Zeit, zu der Page noch die Schulbank drückte.

Reifer nach zehn Jahren in der zweiten Reihe

Pages Fürsprecher sagen, dass er mit mittlerweile 38 Jahren gereift sei und Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen werde. Er werde nicht in alte Verhaltensmuster zurückfallen, wie regelmäßiges Zuspätkommen zu Meetings und sich aus Gesprächen auszuklinken, die ihn nicht interessieren.

„Einige Aufgabenbereiche eines Geschäftsführers widerstreben Larrys Persönlichkeit“, sagt Craig Silverstein, der erste Mitarbeiter, den Page und Google-Mitbegründer Sergey Brin einstellten. „Als Geschäftsführer hat man eine Menge verschiedener Hüte auf. Einige davon sind für Larry sehr interessant, andere wahrscheinlich weniger.“

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Denkweise eines Jungunternehmens wieder einführen

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