Neuer Großaktionär
Vatas verkauft Freenet-Anteile

Der Streit zwischen der Beteiligungsgesellschaft Vatas und der Großbank Credit Suisse um fehlgeschlagene Aktiengeschäfte zieht offenbar weitere Kreise. Vatas habe ihre Beteiligung an Freenet komplett verkauft, teilte das Telekommunikationsunternehmen am Dienstag überraschend mit. Freenet hat aber bereits einen neuen Großaktionär.

HB HAMBURG. Es ist dem norddeutschen DSL- und Festnetzanbieter zufolge mit einem Anteil von 16,5 Prozent Credit Suisse. Vatas hatte zuletzt 22,1 Prozent an Freenet gehalten. Zugleich teilte Freenet mit, die von dem Südafrikaner Robert Hersov kontrollierte Vatas halte Optionen, die ihr am 20. Juni den Kauf einer Sperrminorität von 25,2 Prozent an Freenet ermöglichten.

Vatas war zuletzt zweitgrößter Freenet -Eigentümer hinter dem Mobilfunkdienstleiter Drillisch, der sich mit dem Internetanbieter United Internet verbündet hatte. Von Vatas war keine Stellungnahme zu erhalten. Als Hintergrund der Transaktionen werden in Branchenkreisen die fehlgeschlagenen Geschäfte im Aktienhandel der NordLB vermutet. Die Norddeutsche Landesbank hatte im Auftrag eines Kunden Aktien mehrerer Unternehmen erworben, der die Anteile aber nicht abnahm. Finanzkreisen zufolge handelt sich bei dem Kunden um Vatas, für den der in den 90er Jahren als Unternehmer-Wunderkind bekanntgewordene Lars Windhorst arbeitet.

Berichten zufolge prüft die NordLB, ob sie im Zusammenhang mit den Aktiengeschäften Zahlungsansprüche gegen die Schweizer Bank Credit Suisse geltend machen kann. Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, dass ein Privatkundenbetreuer der Schweizer Bank einem inzwischen gekündigten Händler der NordLB den Auftrag zu den Aktienkäufen erteilt haben soll. Eine Sprecherin von Credit Suisse in London wollte sich dazu und zum Einstieg bei Freenet nicht äußern.

Die Aktie von Freenet setzte sich nach der Mitteilung an die Spitze des TecDax. Sie schloss fünf Prozent im Plus bei 10,54 Euro. "Das ist wie ein Befreiungsschlag", kommentierte ein Händler den Ausstieg von Vatas.

Freenet hat angekündigt, den doppelt so großen Konkurrenten Debitel kaufen zu wollen, um zum drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieter aufzusteigen. Zum Stand der Übernahmegespräche mit dem Finanzinvestor Permira machte Freenet keine Angaben.

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