Neuer Investor Paragon steigt bei Weltbild ein

Der Finanzinvestor Paragon hat seinen Einstieg bei der Verlagsgruppe Weltbild am Montag bestätigt. Er soll die Mehrheit an der insolventen Gruppe übernehmen. Doch das könnte weitere Einschnitte bedeuten.
Update: 12.05.2014 - 17:06 Uhr Kommentieren

Investor Paragon rettet Weltbild - oder?

MünchenDie insolvente Weltbild-Verlagsgruppe geht an den Münchner Finanzinvestor Paragon Partners. Sämtliche Betriebsteile würden in eine neue Gesellschaft überführt, in die Paragon im Zuge einer Kapitalerhöhung investiere, teilte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Montag in Augsburg mit. Ein entsprechender Vorvertrag sei bereits unterzeichnet.

Paragon werde Mehrheitsgesellschafter der Neugründung, teilte der Insolvenzverwalter weiter mit. Geiwitz selbst bleibt demnach stellvertretend für die Gläubiger der Verlagsgruppe als Minderheitsgesellschafter beteiligt. Paragon Partners bestätigte den geplanten Einstieg bei Weltbild, machte aber keine weiteren Angaben.

Die Pläne betreffen der Insolvenzverwaltung zufolge alle Betriebsteile und damit auch die Filialen sowie die Auslandstöchter in Österreich und der Schweiz. Paragon will laut Geiwitz noch in diesem Monat mit dem Engagement bei Weltbild beginnen. Vor allem im Onlinegeschäft solle die Verlagsgruppe wachsen. Verhandlungskreisen zufolge will Paragon rund 20 Millionen Euro in die Weltbild-Gruppe stecken.

Generell werde die Sanierung „eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für alle Beteiligten“, teilte der Käufer laut der Insolvenzverwaltung mit. Die konstante Kundennachfrage im Laufe der vergangenen Monate sei aber ein „positives Signal für eine erfolgreiche Fortführung“.

Insolvenzverwalter Geiwitz erklärte, er freue sich „vor allem für die Weltbild-Mitarbeiter“. Sie seien am Montagmittag über den neuen Investor informiert worden. Auch der Gläubigerausschuss habe dem Modell zugestimmt. Weitere Details zu Übernahme und Fortführung der Verlagsgruppe würden derzeit ausgearbeitet. Ob es zu weiteren Einschnitten beim Personal kommt, ist laut Verhandlungskreisen derzeit noch offen: Die Investoren müssten bei Weltbild erst „in die Bücher schauen“, hieß es. Die „stärksten Einschnitte“ aber seien wohl schon gemacht.

Weltbild hatte im Januar Insolvenz angemeldet, nachdem die katholischen Gesellschafter - darunter zwölf Bistümer - kein weiteres Geld für die Sanierung geben wollten. Vor Kurzem kündigte die Insolvenzverwaltung an, 53 der 220 Weltbild-Filialen zu schließen und 293 Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft zu überweisen. Zuvor waren bereits rund 650 der knapp 1800 Beschäftigten aus der Verlagsgruppe in eine Übergangsgesellschaft gewechselt.

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