Neuer Kodex
Das Geschäft mit der Liebe soll sauberer werden

Liebe geht durch das Internet: Immer mehr Menschen lernen sich bei Partnerbörsen kennen. Doch die Branche hat sich selbst in Verruf gebracht. Nun gehen die Firmen gegen raue Sitten und unseriöse Anbieter vor.
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DüsseldorfVon zehn Millionen Singles, die es in Deutschland gibt, suchen sieben Millionen ihren Partner mittlerweile über das Internet. Den Liebesdienstlern ist es offenbar gelungen, nahezu das komplette Marktpotenzial abzuschöpfen. Und damit die moderne Umsetzung eines Satzes, den die Schauspielerin Katharine Hepburn einst sprach: „Liebe ist nicht das, was man erwartet zu bekommen, sondern das, was man bereit ist zu geben.“ Die Online-Dater haben genau das gemacht: Liebe ist das, was man bereit ist zu investieren. Nie war emotional so rational.

Doch die Branche ist in Verruf geraten: Einige großen Portale verschleiern, wie viele aktive Mitglieder sie haben: Laufende Kundennummern gibt es nicht, eine Auswahl unter allen Mitgliedern ist nicht möglich. Die Sitten sind rau geworden, das Geschäft anonym und renditeoptimiert.

Aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks leiden bei vielen Services allerdings Qualität und Seriosität. Zusätzlich ist es für die Partnersuchenden im zunehmend undurchsichtigen Markt schwierig geworden, seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden.

Der Markt ist eben allzu attraktiv: Früher beendete der klassische Single seine Einsamkeit auf dem Dorffest, in der Disko oder am Arbeitsplatz. Das hat sich verändert. Neun Millionen Deutsche, behauptet der IT-Branchenverband Bitkom, haben bisher einen Partner im Internet gefunden. Sieben bis neun Prozent aller Paare sind Internetbekanntschaften, hat der Bamberger Soziologe Hans-Peter Blossfeld ermittelt.

Sie zollen damit zwei gesellschaftlichen Trends Tribut: Erdrückt von Berufstress bleibt vielen gut gebildeten und verdienenden Großstadt-Singles kaum noch Gelegenheit, jenseits des Büros Bekanntschaften zu knüpfen. Und das Internet hat es mit den Jahren geschafft, in nahezu alle Lebensbereiche der Deutschen vorzudringen. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis die virtuelle Welt auch das Schlafzimmer erreichte.

Kommentare zu " Neuer Kodex: Das Geschäft mit der Liebe soll sauberer werden"

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  • Bedauerlich, dass für einen Kodex, der nur Dinge definiert, die als selbstverständlich gelten sollten, der seit über 15 Jahren etablierte Markennamen eines Konkurrenten missbraucht wird: spin.de

  • Und wieder ist von unserer "Produzentenschutzministerin" Aigner nichts zu hören. Vermutlich interessiert das Thema zumindest im bayrischen Land niemanden. Da werden die Mädchen noch von den Eltern verheiratet, wie bei den Kurden usw.

  • ElitePartner kann nicht dabei sein, da Burdas Kuppelbude zweifellos nicht sauber spielt. Nicht nur die erfolgten Abmahnungen von Wettbewerbern belegen das, sondern auch Gerichtsurteile: “Verbraucherzentrale klagt erfolgreich gegen ElitePartner ” Einfach mal bei google danach suchen, dann offenbart sich einiges zu Burdas Akademiker Abofalle.
    Elitepartner behält z.B. rechtswidrig 99 Euro beim Widerruf ein (siehe Urteil zu 99 Euro Rückzahlung), verlängert Abos um jeweils doppelte Laufzeiten und zu höheren Kosten, Kündigung sind nur per händisch unterschriebenen Brief möglich und dann auch nur Wochen oder sogar Monate vor Abo-Ende, etc.
    Das ist wohl auch der Grund[, warum Elitepartner] auch schon einen Präventionsschlag mittels eigener Pressemitteilung versucht, um den Kodex in Frage zu stellen. Angriff scheint da die beste Verteidigung zu sein, zumindest wenn man, so wie er, mit dem Rücken an der Wand steht.
    [+++Beitrag von der Redaktion editiert+++]

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