Neuer Online-Service
Schutz vor Cyber-Angriffen aufs Konto

Cyberkriminelle spähen tagtäglich die Kontodaten von Internetnutzern aus – und erbeuten damit Millionen von Euro. Ein neuer Service soll helfen, die Schadprogramme zu entdecken und den Rechner gegen Angriffe zu schützen.
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DüsseldorfRund 28 Millionen Menschen in Deutschland überweisen ihr Geld über das Internet. Die meisten fühlen sich dabei sicher. Zu sicher. „Wir sehen jeden Tag hunderttausend infizierte Rechner, bei denen wir wissen, dass Bank-Trojaner installiert sind“, sagt Thorsten Kraft, Geschäftsführer des IT-Sicherheitsanbieters Cyscon. Deswegen bietet seine Firma zusammen mit mehreren Internetdienstleistern, IT-Sicherheitsanbietern und dem Handelsblatt seit heute den kostenlosen Online-Service „Check and Secure“ an.

Mit diesem können Nutzer zunächst untersuchen, ob ihr Computer Teil eines bekannten Botnetzes ist – also einer Gruppe gekaperter Rechner, die beispielsweise Spam verteilt. In einem zweiten Schritt werden sie auf Sicherheitslücken hingewiesen, die Angreifer häufig ausnutzen. Und in einem dritten Schritt können sie ihren Rechner mit einem kleinen Programm „impfen“ – dieses sorgt dafür, dass Trojaner den Rechner als Teil eines Antivirenlabors erkennen und fernbleiben. Kraft, der auch am Projekt botfrei.de vom Verband der Internetwirtschaft Eco beteiligt ist, will mit der Aktion einen „Flächenbrand“ auslösen und möglichst viele Rechner schützen.

Sollte die Aktion erfolgreich sein, könnte den Kriminellen eine gute Einnahmequelle wegbrechen. Das Geschäft ist lukrativ, wie einige Beispiele zeigen: Der russische und der ukrainische Geheimdienst etwa haben im April 20 Kriminelle festgenommen, die mit dem Trojaner „Carberp“ 200 Millionen Euro von Geschäftskonten gestohlen haben. Ende 2012 erbeuteten Betrüger mit der Schadsoftware „Eurograbber“ 36 Millionen Euro, indem sie von mehr als 30.000 Konten Beträge zwischen 500 und 250.000 Euro abzweigten.

Die Trojaner finden über vielfältige Wege in die Computer. Sie nutzen zum Beispiel Sicherheitslücken im Browser oder in Zusatzprogrammen (Plugins) von Anbietern wie Java oder Adobe. Besucht ein Nutzer eine infizierte Webseite, lädt sich der Trojaner sogar selbstständig auf den Rechner. Auch der Klick auf einen Link kann reichen, um sich mit der Schadsoftware zu infizieren.  

Die Banken kennen die Gefahr und versuchen sich zu wehren. „Die Online-Banking-Sicherheitsverfahren werden immer wieder weiterentwickelt“, erklärt eine Sprecherin der Bankeninteressenvertretung Deutsche Kreditwirtschaft und verweist auf neue Verfahren wie die mobile TAN, bei dem die Kunden eine Transaktionsnummer per SMS erhalten.

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Gesundes Misstrauen ist wichtig

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  • wer sagt mit, dass der ANTI-TROJANER nicht ein Trojaner ist?

  • Cyberkriminelle werden auch NSA etc. genannt. Und die haben alle Vollmachten, dies tun zu dürfen. Als Kolonie der Dollarei haben wir dies klaglos zu dulden.

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