Neuer Speicherchip-Vorstand ernannt
Infineon-Aufsichtsrat wäscht Hände in Unschuld

Der Aufsichtsrat des Chipherstellers Infineon ist sich im Schmiergeld-Fall keiner Schuld bewusst. Er sieht keine Versäumnisse des Unternehmens bei Untersuchungen gegen den inzwischen zurückgetretenen Vorstand Andreas von Zitzewitz.

HB MÜNCHEN. Der Aufsichtsrat habe festgestellt, dass der Präsidialausschuss des Kontrollgremiums seinerzeit ordnungsgemäß gehandelt habe und keine Vorwürfe gegen ihn erhoben werden könnten, teilte Infineon am Donnerstag mit. Der Aufsichtsrat stimmte zudem dem Vorschlag zu, die internen Kontrollsysteme des Chipkonzerns von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young untersuchen zu lassen.

Zuletzt war Kritik am Vorsitzenden des Infineon-Aufsichtsrats, Max Dietrich Kley, laut geworden, der kurz vor dem Rücktritt des damaligen Infineon-Chefs Ulrich Schumacher im März 2004 von diesem Unterlagen mit Vorwürfen erhalten hatte, wonach Zitzewitz Schmiergeld angenommen haben soll. Interne und externe Überprüfungen hatten seinerzeit nach Unternehmensangaben ergeben, dass es dafür keine Anhaltspunkte oder Belege gebe.

Später geriet der Fall dann ins Visier der Staatsanwaltschaft, die Zitzewitz die Annahme von 259 000 Euro Schmiergeld vorwirft. Zuletzt hatte die Staatsanwaltschaft die Infineon-Zentrale und mehrere Wohnungen durchsuchen lassen und anschließend erklärt, die Vorwürfe gegen den Infineon-Manager hätten sich erhärtet. Der Leiter der wichtigen Speicherchip-Sparte von Infineon trat kurz nach den Durchsuchungen von seinem Posten zurück.

Auch die Nachfolge des zurückgetretenen von Zitzewitz hat der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Donnerstag geklärt: Kin Wah Loh übernehme die Verantwortung für die wichtige Speichersparte, teilte Infineon mit. Der 50-Jährige aus Malaysia ist derzeit im Vorstand für die deutlich kleinere Kommunikationssparte verantwortlich. Er arbeitet seit 1978 für Siemens und nach Ausgliederung der Halbleitersparte für Infineon.

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