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29.01.2008 
Reinhard Clemens bevorzugt lockere Kooperation

Neuer T-Systems-Chef, neue Strategie

von Sandra Louven und Jens Koenen

T -Systems ändert bei der Suche nach einem Partner erneut die Strategie. Reinhard Clemens, der neue Chef der Geschäftskundensparte der Telekom, favorisiert nun offenbar eine lockere Partnerschaft statt eines Partners, der sich an Teilen von T -Systems beteiligt.

 Die Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn. Foto: dpaLupe

Die Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn. Foto: dpa

BERLIN/FRANKFURT. Clemens sei gegen einen Verkauf, heißt es in Konzernkreisen - auch wenn er sich offiziell mehrere Optionen offen hält. Er sähe zwei Möglichkeiten für die angeschlagene Sparte, sagte er am Dienstag in Berlin: Entweder die Deutsche Telekom verkaufe den Bereich Systemintegration und Anwendungsentwicklung mit 15 000 Mitarbeitern komplett, oder sie vereinbare einen Liefer- und Leistungsvertrag mit einem IT-Dienstleister als neuem Geschäftspartner. "Wir sind in finalen Gesprächen. Alles ist möglich - vom Verkauf bis zum Partnering. Das muss aber nicht unbedingt ein Joint Venture sein", sagte Clemens.

Telekom -Chef René Obermann hatte bislang ein Joint Venture präferiert, bei dem die Telekom sogar einen Minderheitsanteil akzeptiert hätte. Doch die Partnersuche gestaltete sich angesichts der personellen Überkapazitäten bei T -Systems als extrem schwierig.

Deshalb überrascht der erneute Strategieschwenk Marktbeobachter auch nicht. "Kurzfristig ist das sicherlich eine pragmatische und sinnvolle Lösung. Eine lockere Partnerschaft ist einfacher zu gestalten als eine Beteiligung", sagte Christophe Chalons, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Pierre Audoin Consultants.

Gute Chancen bei der Partner-Kür hat das indische Unternehmen Tata. Auch die indischen Firmen Satyam und Infosys scheinen im Rennen zu sein Ein US-Unternehmen soll zudem Interesse am Kauf der Sparte Systemintegration geäußert haben - in der Branche wird hier der Name Comsys genannt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die bevorzugte Lösung von Clemens birgt Risiken

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