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29.01.2008 

Allerdings birgt eine lockere Lösung auch Risiken. "Langfristig besteht die Gefahr, dass Tata in Deutschland richtig Fuß fasst und irgendwann die Kunden direkt bedient. Hier ist die Herausforderung für die Telekom, ihre Kundenbeziehungen richtig zu managen", sagte Chalons weiter. Genau darüber verhandelt T -Systems derzeit noch, Clemens strebt eine klare Abgrenzung der Kundenzuständigkeiten an.


Bildergalerie Bildergalerie: Tata - ein riesiges Konglomerat


Die Erwartungen an T -Systems sind hoch. So heißt es in Konzernkreisen, Clemens wolle die Marge vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 2,5 Prozent im dritten Quartal 2007 bis zum Jahr 2010 auf 6,6 Prozent steigern. Offiziell nimmt er diese Zahl nicht in den Mund. "Die Deutsche Telekom wird in T -Systems investieren, mit klaren Margenvorgaben", sagte er lediglich.

Um seine Vorgaben zu erreichen, will sich Clemens künftig auf den europäischen Markt konzentrieren. "Unser Fokus liegt auf Kunden, die ihr Headquarter in Europa haben", sagte er. "Wir werden uns unser Auslandsgeschäft kritisch anschauen. Da, wo wir nicht mindestens die Nummer fünf im Markt sein können, prüfen wir einen Ausstieg."

Bislang galt die geringe internationale Präsenz der Telekomtochter als einer der Gründe für die Schwierigkeiten, global aufgestellte Unternehmen als Kunden zu gewinnen. Dennoch können Experten die Entscheidung von Clemens nachvollziehen. "Die Strategie, bei den Absatzmärkten primär Europa in den Fokus zu nehmen, ist durchaus schlüssig", sagte Peter Kreutter, Dozent an der WHU Otto Beisheim School of Management. Allerdings brauche das Unternehmen gleichzeitig den Zugang zu Offshore-Ländern wie Indien. Genau das soll die Partnerschaft sichern. Doch Kreutter bleibt skeptisch: "Eine solche Partnerschaft öffnet T -Systems zwar die Tür zum wichtigen Offshoring. Aber das Problem der Überkapazitäten wird natürlich nicht direkt gelöst."


Zu national, zu teuer, zu viel Fett

Die Probleme: T -Systems ist zwar in Deutschland der führende IT-Dienstleister und etwa in der Auto-Industrie sehr präsent. Doch das Unternehmen hat zu viele Mitarbeiter und kann keine wettbewerbsfähigen Preise bieten.

Die Reaktion: T-Systems -Chef Reinhard Clemens hat gestern Kürzungen beim Personal angekündigt. "Wir werden Unternehmensstrukturen verschlanken und Firmen weiter zusammenlegen", sagte er. KonkreteZahlen nannte er allerdings nicht. Einige Experten gehen davon aus, dass die Sparte auch mit der Hälfte der gut 56 000 Mitarbeiter auskommen würde. Gleichzeitig will Clemens aber investieren. So will er auf dem deutschen Markt das Geschäft mit Mittelstandskunden ausbauen und dafür sechs regionale Standorte aufbauen.

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