Neuer Telekom-Partner
Wer ist MetroPCS?

Die schwächelnde Telekom-Tochter T-Mobile USA will angeblich mit dem kleineren Konkurrenten MetroPCS zusammengehen. Analysten halten das für eine gute Idee – allerdings gibt es zwischen den Anbietern technische Unterschiede.
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New YorkBislang hat der amerikanische Mobilfunkmarkt der Deutschen Telekom keine Freude bereitet. Der Plan der Bonner, die schwächelnde US-Mobilfunktochter T-Mobile USA an den Telekomriesen AT&T zu verkaufen, war im vergangenen Jahr an den US-Wettbewerbsbehörden gescheitert.

Nun also Plan B. T-Mobile USA soll mit dem Mobilfunk-Rivalen MetroPCS verschmolzen werden und so auf den Erfolgspfad gebracht werden. Das Unternehmen aus Texas ist mit rund 9 Millionen Kunden der fünftgrößte Mobilfunkanbieter in den USA, T-Mobile USA mit 33 Millionen Nutzern die Nummer vier.

Der Abstand zu den Großen der Branche, Verizon, AT&T und Sprint ist dennoch groß. Und genau das ist das Problem: Um die teure Infrastruktur profitabel auslasten zu können, müssen mehr Nutzer her. Doch die kehrten T-Mobile zuletzt immer häufiger den Rücken, unter anderem weil die Deutschen anders als die anderen großen Anbieter kein iPhone im Programm haben.

MetroPCS, 1996 als General Wireless gegründet, hat sich ähnlich wie T-Mobile auf dem US-Mobilfunkmarkt als günstigerer Anbieter positioniert. Die Firma mit dem Slogan „Wireless for All“ verkauft Flatrates ohne Jahresverträge und hat außer dem iPhone gängige Smartphones von Samsung, HTC, LG oder RIM im Angebot. Vertrieben werden die Produkte ein eigenen Geschäftsstellen sowie in großen Einzelhandelsketten wie Best Buy und Walmart.

„Die möglichen Synergien sind sehr groß“, kommentierte Analyst Alexandre Iatrides von Oddo & Cie gegenüber Bloomberg die Pläne der Firmen. Er rechnet mit positiven Effekten von bis zu 1,7 Milliarden Dollar pro Jahr. Für T-Mobile USA könnte es also eine Langzeitlösung sein.

Schon vor Monaten war über ein Zusammengehen von T-Mobile USA mit MetroPCS spekuliert worden. Analysten sahen das jedoch skeptisch, da die beiden Anbieter unterschiedliche Technologien nutzen. Während T-Mobile in weiten Teilen der USA auf dem schnelleren LTE-Netz (4G) arbeitet, hatte MetroPCS lange nur CDMA (3G) im Angebot. Nach eigenen Angaben hat MetroPCS aber inzwischen aufgerüstet und „baut sein Netzwerk kontinuierlich aus“. Zudem plant das Unternehmen in Roaming-Lösungen in Gegenden, die noch nicht abgedeckt sind.

MetroPCS ist a der New York Stock Exchange notiert, laut Geschäftsbericht ist die Zahl der Nutzer im vergangenen Jahr um 15 Prozent gestiegen, der Umsatz um 19 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar, der Gewinn vor Steuern und Zinsen um 13 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Im vergangenen Quartal stiegen diese Werte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Nach Erscheinen der Meldungen über den geplanten Zusammenschluss mit T-Mobile sprang die Aktie von MetroPCS zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent auf rund 14 Dollar. Die Kurs der Telekom legte im Handelsverlauf um mehr als 4 Prozent zu.

Mit Material von Reuters.

Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik

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