Neues Angebot bestätigt
Übernahmeschlacht um Kabel Deutschland beginnt

Der Verkauf von Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber wird zum Kampf der Titanen. Nach Vodafone will nun auch der Medienkonzern Liberty Global zugreifen – und legt angeblich 7,5 Milliarden Euro auf den Tisch.
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New YorkDer amerikanische Kabelnetzbetreiber Liberty Global will Vodafone bei dessen geplanter Übernahme von Kabel Deutschland einen Strich durch die Rechnung machen. Der zum Imperium des Murdoch-Rivalen John Malone gehörende Konzern habe einen „vorläufigen Vorschlag“ eingereicht, teilte Vodafone am Montagabend mit. Es bestehe zum jetzigen Zeitpunkt aber keine Gewissheit darüber, dass aus dem Vorschlag von Liberty Global eine Transaktion folgen werde. Auch sei nicht klar, wie die Bedingungen aussehen könnten.

Zuvor hatte die „Financial Times“ unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, die Amerikaner hätten ein unverbindliches Angebot von etwa 85 Euro je Kabel-Aktie vorgelegt. Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone bietet dem Vernehmen nach derzeit hingegen nur 81 bis 82 Euro je Anteilschein. Die Aktie von Kabel Deutschland reagierte mit einem Kurssprung auf die Meldung. In den ersten Handelsminuten kletterte das Papier um 3,4 Prozent.

Sowohl für Liberty als auch für Vodafone ist der Griff nach Kabel Deutschland nicht der erste. Beide sind bereits gescheitert, für beide wäre Kabel aber eine Perle in der Krone. Vodafone ist in Deutschland bereits zweitgrößter Mobilfunker, stößt aber bei Breitband an seine Grenzen. Daher rief Vodafone-Chef Vittorio Colao das Ziel aus, Kunden europaweit kombinierte Telekommunikations-, Internet- und Fernsehdienste anzubieten - zusammen mit Partnern oder im Alleingang.

Vor kurzem haben die Briten mit der Deutschen Telekom eine Partnerschaft für schnelles Festnetz-Internet geschlossen. Vodafone will das Hochgeschwindigkeitsnetz des Bonner Konkurrenten nutzen. Mit Kabel Deutschland würde den Briten im Festnetz-Breitband der große Wurf gelingen.

Kabel-Aktien befinden sich im Streubesitz, was eine Übernahme kompliziert macht. Größter Aktionär ist der Finanzinvestor Blackrock mit rund zehn Prozent. Kabel Deutschland ist der größte deutsche Kabelnetzbetreiber mit rund 8,5 Millionen Kundenhaushalten. Der Umsatz erreichte im vergangenen Geschäftsjahr 1,7 Milliarden Euro.

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  • Wenn Liberty hier den Zuschlag seitens KD bekommt, dann müssen die Kartellwächter Liberty ordentlich auf die Finger klopfen. Wir sehen ja im Strommarkt was einseitige Versorgung bedeutet.

  • Hallo Nasevoll, ich bin seit vielen Jahren bei KD. Aber mit Abstand das Schwächste an diesem Unternehmen ist der Kundenservice. Solange alles normal läuft, sind die (ich nehme an, Sie sind von KD) ganz ok, aber wehe es geht um eine Änderung, Rekla usw.

  • na toll, dann können wir uns ja darauf freuen, dass der gute und persönliche Service von KD in Kürze wegrationalisiert wird. Das war der einzige Markvorteil, den sie hatten. Vodafone hat Null Service.

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