Neues Betriebssystem
Mit Windows 10 zurück zu den Wurzeln

Das Startmenü kehrt zurück: Beim neuen Windows 10 setzt Microsoft auf vertraute Bedienelemente. Besonders Firmen sollen sich wieder wohl fühlen mit ihren PCs. Bis das neue Betriebssystem kommt, dauert es aber noch.
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San FranciscoWindows 8 hat Millionen Fans enttäuscht. Das kann sich Microsoft nicht noch mal erlauben. Die Präsentation des kommenden Windows erfolgt deshalb so früh wie noch nie. Gut ein Jahr vor dem erwarteten Start-Termin erblickt Windows10 (ja, nicht 9) das Licht der Welt. Die Botschaft lautet: Wir haben verstanden. Der erste Eindruck: Ja, es sieht ganz danach aus.

„Zuerst einmal werden wir die Unternehmen fragen, dann die Konsumenten.“ Terry Myerson, Herr über die Betriebssysteme bei Microsoft, machte am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Windows keinen Hehl daraus, wer die wichtigste Zielgruppe für das neue Betriebssystem sein wird. Es wird spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2015 nach der Entwicklerkonferenz Build erscheinen. Nachdem das Wohnzimmer an iPad, Android-Tablets, TV-Streamingboxen und Google-TV-Sticks verloren ist, besinnt sich Microsoft auf den Geschäftsbereich, mit dem er das meiste Geld verdient: die Unternehmen.

Der neue Konzernchef Satya Nadella hat die klare Losung ausgegeben: „Wir  fokussieren uns auf unserer Kernkompetenz als Produktivitätsplattform.“ Er bringt Office auf das iPad und Android und hält an seinem Tablets Surface als „Laptop-Ersatz“ fest, nicht als Konkurrenz zum iPad. Die Cloud-Plattform Azure nimmt es mit immer mehr den Anwendungen von Oracle, Google und Amazon auf. Im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres (zum 30. Juni) weist der Geschäftsbereich „Geräte und Privatkunden“ – der auch Windows enthält – zehn Milliarden Dollar Umsatz auf, von denen alleine zwei Milliarden auf den Zugang Nokia entfallen. Der Bereich „Geschäftskunden“ dagegen erwirtschaftete bereits 13 Milliarden Dollar.

Ausgerechnet mit den Hoffnungsträgern Windows 8 und 8.1 war die Rechnung gründlich danebengegangen. Zwar arbeiten laut Myerson „1,5 Milliarden Menschen mit PCs“, nur ist Windows 8 nicht relevant. Laut den Statistiken von Netmarketshare.com liegt im laufenden Quartal der Anteil von Windows 7 noch bei überwältigenden 51 Prozent, und selbst Windows XP kommt noch auf 24,1 Prozent. Windows 8 mit 5,9 Prozent und Windows 8.1 mit 6,8 Prozent rangieren unter ferner liefen. In seiner Not setzte Nadella für alle Hersteller die Windows-Lizenzkosten auf null, wenn sie ein Gerät mit einem Bildschirm kleiner als neun Zoll bauen und sich verpflichten Bing, die Suchmaschine, mitauszuliefern.

Aber jetzt wird alles anders. Wenn man sich in solchen Riesenschritten vorwärts bewegt, dann kann man leicht schon mal was übersehen. Im Falle Microsoft ist es die diesmal Ziffer 9, die eigentlich nach 8 folgt. Sie ist unter die Räder geraten. Das kommende Windows wird gleich Windows 10 genannt. Damit jeder gleich merkt, wie weit man davongeeilt ist. Es ist, als ob Nadella gar nicht schnell genug so viel Abstand wie möglich zwischen sich und Windows 8 bringen kann.

Selbst in der vorgestellten technischen Vorschauversion, also einer ganz, ganz frühen Version, zeigten sich massive Verbesserungen in Design und Systematik. Besonders wichtig: Die bisherige Trennung zwischen neuer „Kacheloberfläche“ und altem Windows-7-Desktop wird aufgehoben. Alte Windows-7-Anwendungen laufen gleichberechtigt neben den neuen Windows Apps auf demselben Desktop.

Zumindest weitgehend. Auch Nachfrage war in San Francisco keine Antwort darauf zu bekommen, ob auch von zwei verschiedenen Internet Explorern Abschied genommen wird. Das ist heute ein großes Ärgernis für Anwender. Für eine Antwort sei es „noch zu früh“.

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Das Startmenü wird besser als je zuvor

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  • War Microsoft stets ein Unix Klon wirds mit Win10 offenkundig werden:
    geklauter Scheiß wird sich nicht rechnen: Mit Win10 hat MS seinen Rückzug ins Marginale erklärt.
    Apple wird noch das "Darwin-Konzept" zu spüren bekommen: technologisch eher als finanziell.
    Ebenso wie MS.

    Oder glaubt irgendjemand, irgendein von Freien zusammengeklaubter Kernel ließe sich auf ewig vermarkten ohne irgendeinen Entwicklerflow?

    Genau aber das machen Apple wie MS: und irgendwann is einfach Ende Gelände.

    Nunja - the pointz of view: shit could happen n shit will happen.
    danach wird entweder jemand das Licht ausgemacht haben
    oder aber, den ganzen Schrott, der programmiertechnisch noch benannt sein zu wünscht als das bezeichnen was er in Wahrheit ist:

    Eine elende Bastelei, die nichteinmal den Namen Bastelei verdient.

  • ...oder, wenn es ein bisschen anspruchsvoller sein darf, bei einer der führenden Linux Distributionen. Da können Sie auf Klicki-Bunti ganz verzichten, wenn Sie möchten.

  • Endlich hat die App-eritis ein Ende!

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