Neues Betriebssystem
Windows auf Speed

Weniger als ein Jahr nach dem Start von Windows 8 stellt Microsoft ein Update für sein Betriebssystem vor. Die meisten Neuerungen sind kosmetisch, trotzdem bedeutet Version 8.1 eine kleine Revolution.
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DüsseldorfSo schnell war Microsoft noch nie. Vor gerade mal acht Monaten brachte der Software-Konzern sein Betriebssystem Windows 8 auf den Markt, am Mittwoch stellte er auf der Entwicklerkonferenz Build in San Francisco bereits die erste große Aktualisierung vor.

Windows 8.1 enthält einige, vornehmlich äußerliche Verbesserungen – so kehrt der von vielen Nutzern vermisste Startknopf zurück. Es steht aber auch für ein neues Microsoft. „Die schnelle Veröffentlichung von neuen Produkten ist fundamental für das, was wir machen“, sagte CEO Steve Ballmer. Der behäbige Software-Riese soll flotter werden. „Rapid“ – schnell: Kaum ein Wort nahm der Manager häufiger in den Mund, sieht man von „Windows“ ab.

Über Fehler redete Ballmer dagegen nicht ausdrücklich – auch wenn viele Nutzer sich darüber lauthals beschwert hatten, dass Windows 8 ihnen die neue Touch-Oberfläche aufzwinge. Er verglich die neue Version lieber mit einer Kaffeemischung, die jetzt etwas ausgewogener sei. Alles eine Frage des Geschmacks.

Wann Windows 8.1 herauskommt, ist noch nicht klar, experimentierfreudige Nutzer können aber bereits eine Vorab-Version herunterladen und testen.

Auch mit Apps will Microsoft punkten. „Ich denke, dass wir in diesem Monat die Marke von 100.000 Anwendungen im Windows Store überschreiten“, sagte Ballmer, der Zustrom sei „phänomenal“. Mit der Nachrichten-App Flipboard und dem Sozialen Netzwerk Facebook kommen jetzt auch zwei große Namen hinzu, die für viele Nutzer ein Muss sind. Zudem hübscht Microsoft die eigenen Programme auf: Die Kamera beherrscht jetzt Texterkennung und das Musikprogramm Xbox Music kann künftig Songs aus dem Netz streamen, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Doch das Revolutionäre liegt weder in diesen Verbesserungen noch in den Apps. Windows 8.1 steht auch für ein Microsoft, das nicht mehr alle drei oder vier Jahre eine große neue Version seines Betriebssystems hinklotzt, sondern kleinere, aber viel regelmäßigere Updates liefert. „Wir als Firma machen eine Transformation durch“, sagte Ballmer. Diese Strategie der kleinen Schritte soll für Windows wie auch für andere Produkte gelten.

Damit passt sich Microsoft nicht nur an die Gepflogenheiten von App-Entwicklern an, die immer wieder kleine Updates nachschieben. Der Konzern bereitet sich auch dafür vor, sein Geschäftsmodell umzukrempeln. Zwar ist Windows 8.1 kostenlos, man kann aber davon ausgehen, dass weitere Aktualisierungen Geld kosten werden.

Denn Microsoft will die Nutzer daran gewöhnen, nicht einmal eine Lizenz zu kaufen, sondern regelmäßig zu zahlen – Software als Dienstleistung. Beim neuen Office-Paket bietet das Unternehmen bereits so ein Abo an. Schnelle Updates halten die Nutzer bei Laune. Steve Ballmer wird wohl noch länger auf Tempo drängen.

Kommentare zu " Neues Betriebssystem: Windows auf Speed"

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  • Windows 8.1 ist genauso unpraktikabel wie Windows 8. Das Microsoft damit nicht schon gänzlich baden gegangen ist liegt daran das es eben im Moment zu Windows keine alternative gibt. Aber wozu Windows 8 kaufen, wenn man noch Windows 7 hat. Die PC Hersteller werden bald anfangen den Druck auf Microsoft zu erhöhen. Immerhin machn sie Windows 8 für die schlechten Verkaufszahlen verantwortlich. Das glaube ich zwar nicht, aber ein Anreiu einen neuen PC zu kafuen in Windows 8 nicht.

  • Beinhaltet das neue Betriebssystem jetzt eine bessere Anbindung an PRISM?

  • Windows 8 mit Touchscreen ist schon ein Schritt in die richtige Richtung. Pad und PC kommen so zusammen. Der Desktop und Office kann ich aber nur sinnvoll nutzen mit der Maus in der klassische Ansicht. Der Startbutton wieder einzuführen hilft doch nur die, die weiter mit der Maus fummeln wollen. Also muss MS sehr "rapid" an die Touchbedienung von Desktop und Office arbeiten. Auch der Touchversion von Explorer muss besser werden, viele Seiten laufen nur in der klassischen Explorer.

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