Neues Buch
Die Geldmaschine Paulo Coelho

Paulo Coelho kennt seine Leser. Dem Brasilianer folgen über fünf Millionen Menschen bei Twitter. Sein neues Buch „Die Schriften von Accra“ dürfte die meisten begeistern – sowie Verlag und Autor viel Geld einbringen.
  • 0

DüsseldorfPaulo Coelho hat die Leichtigkeit wiedergefunden – und das mitten in einer Extremsituation. Sein neues Buch „Die Schriften von Accra“ entstand in einer lebensbedrohlichen Phase. Der brasilianische Autor stand kurz vor einer komplizierten Herzoperation. Er schrieb das Buch in zwei Wochen.

Die 184 Seiten kommen mit erstaunlicher Freude daher. Die Geschichte spielt an einem Nachmittag und sie lässt sich auch in dieser Zeit lesen. Und man fühlt sich danach besser, spätestens beim zweiten Lesen sogar ein klein wenig weiser. Während das Vorgängerbuch „Aleph“ sehr schwergewichtig daherkam, schreibt der Starautor in den „Schriften von Accra“ seinen Lesern wieder aus dem Herzen.

Der 65-Jährige hat bereits ein halbes Dutzend Weltbestseller veröffentlicht, darunter „Der Zahir“ und „Der Alchimist“. Letzteres verkaufte sich 65 Millionen Mal. Insgesamt kommt Coelho auf eine Auflage rund 140 Millionen Büchern. Er gilt als der dritterfolgreichste Autor nach Dan Brown und Agatha Christie.

Gründe für den Erfolg gibt es mehrere – und sie haben nicht nur mit dem Schreibstil des Autors zu tun: Coelho war ein Vorreiter im Benutzen der digitalen Verbreitung: Bereits 1999 stellte er seine Texte als Download ins Internet. Kein anderer Autor kommt seinen Lesern derart entgegen.

Laut „Forbes“ ist der seit 2009 in Genf lebende Schriftsteller einer der einflussreichsten Menschen in den sozialen Netzwerken, mit heute 5,3 Millionen Anhängern bei Twitter und 9,1 Millionen bei Facebook. „Twitter ist meine Bar“, erklärte er jüngst. „Ich bin modern, weil ich das Komplizierte einfach erscheinen lasse, weil ich mit der ganzen Welt kommuniziere, weil ich ein Autor globalisierter Literatur bin.“

Mit den üppigen Einnahmen tut der Brasilianer übrigens auch Gutes: Abgesehen von regelmäßigen Spenden unterstützt er durch seine Stiftung „Instituto Paulo Coelho“ mit einem jährlichen Budget von 400.000 Dollar Bedürftige in den Favelas – also den Armenvierteln seiner Geburtsstadt Rio de Janeiro.

Kommentare zu "Die Geldmaschine Paulo Coelho"

Alle Kommentare
    Serviceangebote