Neues Buch von Eric Schmidt
Googles zuckrige Werbebroschüre

Google bläst zum Flauschangriff: Unternehmenschef Eric Schmidt schlägt in seinem neuen Buch „How Google works“ leise Töne an. Statt den versprochenen Geheimnissen berichtet er aber leider nur Klischees.
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San FranciscoEric Schmidt ist so etwas wie der Außenminister von Google. Er reist durch die Welt und wirbt für das Unternehmen. Sein Auftrag lautet: Den Leuten da draußen die Angst nehmen vor der Macht der Internet-Firma. Das ist nämlich schlecht fürs Geschäft. Wohl auch deshalb enthält sein neues Buch „How Google works“ (Grand Central Publishing) die vielen Bilder.

Der Konzern, der international immer stärker kritisiert wird, macht auf klein und niedlich. Die Menschen sollen bei Google nicht an den Umsatz von 59 Milliarden Dollar und die 52 000 Mitarbeiter in 40 Ländern denken, sondern lieber an den putzigen Herrn Schmidt mit Pilotenmütze vor dem Modellflugzeug. Die Botschaft ist klar: Google bläst zum Flausch-Angriff. 

Schmidts Werbeanzeige auf 304 Seiten ist aber auch eine pädagogische Maßnahme. Sie legt dar, was man von Google lernen soll. Nicht ohne Grund, argumentiert der Aufsichtsratsvorsitzende von Google, pilgerten schließlich so viele Unternehmer nach Silicon Valley. „Wir wollen einige der Geheimnisse teilen und sie zu Richtlinien weiterentwickeln, die jeder nutzen kann.“ Verfasst hat er die Schrift gemeinsam mit Jonathan Rosenberg, Produktmanager bei Google.

Leider kommt dann aber nichts. Alle Erfolgsfaktoren, die Schmidt aufzählt, hat man so ähnlich schon einmal irgendwo gelesen. Von der guten Unternehmenskultur, die Chefs etablieren müssen, den richtigen Leute, die es anzustellen gilt, bis hin zur perfekten Strategie für das digitale Zeitalter. Wenn der Google-Mann dann, wie ungefähr jeder Zweite im Tal der IT-Träume, die Work-Life-Balance filetiert und zur Lobrede auf die Kultur des Scheiterns anhebt – dann hat Schmidt so ziemlich alle Klischees aufgezählt, die es über Silicon Valley gibt.

Natürlich hat Schmidt in vielem Recht. Google ist eines der führenden Unternehmen dieser Tage. Es schafft es, trotz seiner Größe den Unternehmergeist eines Start-ups aufrecht zu erhalten. Immer wieder besetzt die Firma als erste neue Märkte, dank guter Zukäufe wie etwa den Thermostat-Hersteller Nest, dessen Sensoren unser Zuhause technologisch erschließen, diverse Robotik-Firmen oder den vielen technischen Sensationen aus dem Forschungslabor X, wie dem selbstfahrenden Auto oder der Datenbrille Google Glass.

Tatsächlich läuft in Silicon Valley nichts mehr ohne Google. Jede Firma arbeitet irgendwie mit der Firma aus Mountain View zusammen oder möchte dies in Zukunft tun. So kommt es auch, dass Schmidt der Konkurrenz regelmäßig die Top-Entwickler wegschnappt, weil er einfach mehr bezahlen kann.

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Wenig übrig von den großen Ideen

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