Neues Gebührenmodell
Kommission macht ARD-Gebührenträumen den Garaus

1,5 Milliarden Euro mehr Geld wollen ARD und ZDF für die nächste Gebührenperiode. Doch daraus wird wahrscheinlich nichts: Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) stellt sich gegen die Gebührenträume.
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BerlinDie Rundfunkgebühr soll über das Jahr 2012 hinaus für den Verbraucher stabil bleiben. Dies ist dem Entwurf der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) zu entnehmen, wie der geschäftsführende Sender WDR am Donnerstag mitteilte. Damit würden auch ab Beginn der neuen Gebührenperiode 2013 wie bisher monatlich 17,98 Euro fällig sein. Über die Empfehlung, die der ARD am Donnerstag zuging, müssen letztendlich die Länder befinden.

Die öffentlich-rechtlichen Sender (ARD, ZDF, Deutschlandfunk und Arte) hatten etwa 1,47 Milliarden Euro extra für die nächste Gebührenperiode gefordert. Daran hatte es scharfe Kritik gegeben. Gegenwärtig erhalten die Sender etwa 7,5 Milliarden Euro pro Jahr. Von 2013 an soll eine neue Erhebungsmethode gelten: Dann werden alle Haushalte zur Kasse gebeten und nicht mehr nur die mit Rundfunkempfang. Dieser Haushaltsabgabe haben aber noch nicht alle Länderparlamente zugestimmt.

Die stabilen Gebühren würden zunächst für die ersten zwei Jahre der neuen Laufzeit, also für die Jahre 2013 und 2014 gelten. Damit bliebe dann der monatliche Beitrag pro Haushalt seit 2009 unverändert, also über einen Zeitraum von sechs Jahren. In der Mitte der neuen Gebührenperiode wird die KEF dann berechnen, wie hoch die Einnahmen aus einem neuen Gebührenmodell sein werden. Möglicherweise werden die Gebühren dann mit Wirkung von 2015 an geändert, theoretisch könnten sie auch gesenkt werden.

Laut ARD stellt die KEF einen zusätzlichen Bedarf für ARD, ZDF und Deutschlandradio fest. Allerdings halte sie eine verlässliche Prognose der Erträge nach der Umstellung auf das neue Beitragsmodell nicht für möglich und begründe hiermit ihre Empfehlung zur Beitragsstabilität.

Die ARD begrüßte die Haltung der KEF. „ Damit wäre die monatliche Gebühr für mindestens sechs Jahre stabil“, hieß es in der Mitteilung. „Mit ihren Einsparungen in Milliardenhöhe und der historisch niedrigen Finanzbedarfsanmeldung hat die ARD eine wichtige Voraussetzung für die von der KEF empfohlene Beitragsstabilität geschaffen. Diese Stabilität ist eine wichtige Grundlage für die Akzeptanz des neuen Beitragsmodells.“

Ursprünglich hatte die ARD einen „Mehrbedarf“ von etwa 900 Millionen Euro für die gesamte Gebührenperiode bei der KEF angemeldet. Das ZDF lag mit seinem Wunsch bei 429 Millionen Euro über vier Jahre.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die haben zu viel ihre eigenen Sendungen angesehen und verwechseln das Leben mit "ich wünsch' mir was ...". Gut, wenn hier einmal "Nein" gesagt wird. Schließlich kann ich inzwischen tausende von Sendern im Internet empfangen, die teilweise auch kein schlechteres Programm machen und die sich selber die notwendigen Mittel beschaffen müssen. Nur ARD und ZDF -- zusammen mit einigen Kirchen -- genießen das Vorrecht mit staatlicher Unterstützung quasi Steuern erheben zu dürfen, wobei man den Kirchen zu gute halten muss, dass man austreten kann, wenn man keine Lust zum Zahlen hat, was unser Staatsrundfunk für sich gerade abschaffen will. Zum Glück besteht hier noch Hoffnung, dass es nicht soweit kommen wird ...

  • Die Selbstbedienungsmentalität sollte langsam ein Ende haben, alle Staatlichen Institutionen, wenn Sie Geld brauchen nehmen es sich einfach von den einfachen Bürgern.
    Staatliches Räubertum wird eben von ganz oben geduldet.
    Sechsstellige Honorare für 90min Sendezeit, wo leben wir denn ? bzw. wie leben denn Will, Illner & Gottschalk, das dieses gerechtfertigt wird?


  • Bei diesem grottenschlechten Programmen - immer mehr flunderflache Talks mit viertklassigen, extrem überbezahlten Blah-blah Moderatoren, die ständig ihre gleichen Spezln einladen, damit diese mit ihrem Müll zur weiteren Verblödung der Zuschauer beitragen - überhaupt Gebühren zu verlangen, ist eine Frechheit, und dann auch noch die Zwangsabgaben drastisch erhöhen wollen! Bildungsprogramme bietet das Staatsfernsehen schon lange nicht mehr. Kritische, gut recherchierte Beiträge sind die absolute Seltenheit. Statt dessen werden Köche, Friseure, drittklassige Schmierenkomödianten und Möchtegern-Modefuzzis (von Lagerfeld spreche ich dabei nicht, der Mann ist die strahlende Ausnahme unter diesen Dünnbrettbohrern) zu gesellschaftlichen Vorbildern erhoben, die dann ihren unreflektierten Quark über das uninformierte Publikum ergießen dürfen. Wirklich überlebenswichtige Themen wie Umwelt und Wirtschaftskrise und ihre Hintergründe kommen wenn, dann nur im niveaulosen Flachprofil - von ganz seltenen Ausnahmen abgesehen. Für Junkfood kann man auch nur Junkfood-Preise verlangen, wenn überhaupt. Der größte Teil gehört auf den Sondermüll.

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