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Neues Geschäftsfeld: Apple knöpft sich Schulkinder vor

Der Konzern nimmt den milliardenschweren Bildungsmarkt ins Visier - und greift damit die Verlage auf einem neuen Schlachtfeld an. Das Ziel klingt kühn: Apple will das Lehrbuch neu erfinden. Kann der Vorstoß gelingen?

Schulkinder: Neuer Markt für den US-Konzern. Quelle: dpa
Schulkinder: Neuer Markt für den US-Konzern. Quelle: dpa

Apple nimmt sich die nächste Branche vor: Das iPad soll endgültig elektronischen interaktiven Lehrmitteln in den Schulen zum Durchbruch verhelfen. Und zwar zusammen mit den Schulbuchverlagen – oder ohne sie.

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Ein entsprechendes Projekt hat der kalifornische IT-Konzern am Donnerstag in New York zusammen mit seinem neuen Online-Buchshop iBooks 2 vorgestellt. Eine Autoren-Software („iBooks Author“) versetzt auch in Programmierung ungeübte Autoren in die Lage, schnell ohne Verlagshilfe attraktive interaktive Textbücher für das Tablet zu erstellen.

Die Software für Apples Mac-Computer wird kostenlos angeboten, was einen großen Anreiz für Schulen oder Universitäten darstellt, iPads für den Bildungsbetrieb zu kaufen und eigenes Lehrmaterial zu erstellen. Das Material kann dann über eine neue Kategorie Lehrbücher im Buchladen iBooks 2 den Schülern verkauft werden.

Wer am meisten Tablets verkauft

  • Apple

    Kultkonzern Apple verkaufte 18,6 Millionen Tablet PCs im 4.Quartal von 2011m, im Quartal zuvor waren es noch rund 11 Millionen Stück. Der Marktanteil von Apple liegt derzeit bei 65,6 Prozent.

  • Amazon

    Auf Platz zwei liegt das Versandhaus Amazon - weit abgeschlagen. Im dritten Quartal in 2011 verkauften sie noch nichts, im vierten waren es schon 3,9 Millionen Tablet-PCs - macht einen Marktanteil von 13,8 Prozent.

  • Samsung

    Samsungs Verkaufszahlen unterschieden sich in Quartal 3 und 4 nur marginal. Erst verkauften sie 1,3 dann 1,4 Millionen Tablet-PCs. Ihr Marktanteil liegt bei 4,8 Prozent.

  • Barnes & Noble

    Barnes und Noble lag im dritten Quartal noch bei 0,8 Millionen. Sie steigerten sich im darauffolgenden Quartal um 5 Prozentpunkte. Mit ihrem Marktanteil liegen sie bei 4,7 Prozent.

  • HTC

    Das Unternehmen HTC verkaufte erst 0,3, dann 0,4 Millionen Tablet-PCs. Ihr Marktanteil liegt bei 1,3 Prozent.

  • Andere Hersteller

    Den Rest decken andere Hersteller ab. Zusammen haben sie einen Marktanteil von 4,6 Prozent. Gemeinsam verkauften sie im dritten Quartal 2,6 Millionen Tablet-PCs, im vierten 2,8 Millionen Stück.

Laut Apple-Marketingchef Phil Schiller werden rund 1,5 Millionen iPads derzeit in Bildungseinrichtungen genutzt, in Deutschland hat Apple laut Gartner Research beim digitalen Hardwaremarkt im Bildungsbereich (Laptops. PCs, Tablets) einen Anteil von rund 36 Prozent. Nun soll der Lehrbuchverkauf dazukommen und die kleine Universitätsbuchhandlung von Nebenan aus dem Markt drängen.
Von Verlagsseite haben sich in den USA unter anderem McGraw-Hill oder Pearson für eine Kooperation mit Apple entschieden, erste Bücher für den Highschool-Bereich werden für 14,99 Dollar oder weniger angeboten werden, heißt es.

Smartphone-Markt Alle gegen Apple - so wehren sich die IT-Riesen

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Jeder Student bekommt dann sein eigenes Exemplar und behält es ein Leben lang. Ein interessanter Schachzug: In den USA werden heute in der Regel Lehrbücher von den Schulen erworben und an die Schüler ausgeliehen.

Das Apple-Modell verlagert die Kosten der Lehrmittel jetzt potenziell auf die Eltern. Angesichts der anhaltenden Schuldenkrise in den USA werden derzeit immer mehr Gelder für öffentliche Schulen zusammengestrichen. Neuanschaffungen von Büchern werden solange möglich hinausgezögert. Verlage hoffen auch deshalb stark auf einen Durchbruch bei elektronischen Büchern, weil er ihr Problem mit gebrauchten Büchern löst, die Eltern weiterverkaufen.

Die bisherigen Bosse von Apple

  • 1977 bis 1981

    Michael Scott: Arbeitete zuvor bei National Semiconductor und wurde nach seinem Ausscheiden ein bekannter Sammler und Experte von Edelsteinen.

  • 1981 bis 1983

    Mike Markkula: Wirkte bei Fairchild Semiconductor International und Intel. Wechselte nach seiner Zeit als CEO in den Aufsichtsrat von Apple, dem er bis 1996 angehörte.

  • 1983 bis 1993

    John Sculley: Der erste branchenfremde Vorstandsvorsitzende. War zuvor in gleicher Funktionär bei dem Getränkehersteller Pepsico tätig. Nach seinem Ausscheiden bei Apple als Investor tätig.

  • 1993 bis 1996

    Michael Spindler: Das erste Eigengewächs in der Vorstandsetage bei Apple. Arbeitete sich bis zum Vorstandsvorsitzenden hoch.

  • 1996 bis 1997

    Gil Amelio: Kam von National Semiconductor und war Aufsichtsratsmitglied von Apple. Nach seinem Ausscheiden Tätigkeit als Investor.

  • 1997 bis 2000

    Steve Jobs: Offiziell nur „Berater“, fungierte er als De-facto-Vorstandsvorsitzender während eines dreijährigen Interregnums.

  • 2000 bis 2011

    Steve Jobs: Im Jahr 2000 wurde er offiziell Vorstandsvorsitzender.

  • 2011

    Seit August ist Tim Cook des inzwischen verstorbenen Jobs.

Digitale Lehrbücher werden nicht mehr handelbar sein. Unklar war zunächst noch, ob Apple auch bei Lehrbüchern seine standardmäßigen 30 Prozent vom Umsatz einfordern wird und ob Massenbestellungen von Schulen zu Sonderkonditionen möglich sein werden.
Ein generelles Problem beim Einsatz von e-Lehrbüchern sind noch Klausuren und Abschlussprüfungen: Mit dem Internet verbundene Tablets statt Papierbücher im Prüfungsraum erhöhen die Gefahr von Täuschungsversuchen, wenn keine technischen Schutzmaßnahmen ergriffen werden können.

IT-Branche

Zum Start ist die spezielle Lehrbuch-Sektion im iBookstore nur in den USA zugänglich. Außerhalb der USA können Bücher zwar bereits mit iBooks Author erstellt werden, zum Publizieren müssen Verleger außerhalb der USA aber direkt mit Apple sprechen.

  • 20.01.2012, 03:16 UhrAnonymer Benutzer: gid

    durchschnittliche lebensdauer eines schulbuchs vs. durchschnittliche lebensdauer eines ipads? wer trägt die kosten für reperatur, entsorgung, neuanschaffung außerhalb der garantie? afrika oder der pazifik - wer "kauft" den sondermüll? lerninhalte interaktiv und leichverständlich aufbereitet - angenehem, aber verliert damit das ein oder andere trockene thema nicht noch mehr an boden? es gibt gute und schlechte lehrbücher - bei lernsoftware wird sch dieser unterschied nur verstärken. unser bildungssystem wird damit weiter privatisiert. früher gab es ein stück kreide und eine tafel - reicht nicht 1 touchpad und 1 beamer? man lernt auch vom zugucken (freilich verdient äppel daran nicht so viel). den besten unterricht macht immer noch ein guter lehrer!!!

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