Neues Geschäftsmodell
Mobilfunker gehen auf BenQ zu

Das neue Geschäftsmodell des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile stößt in der Branche auf Interesse. Am Freitag hatte Insolvenzverwalter Martin Prager angekündigt, BenQ Mobile wolle künftig keine Handys unter eigenem Namen mehr herstellen, sondern im Auftrag von Mobilfunkern und Branchenfremden Geräte entwickeln und entwerfen.Experten bescheinigen der Idee durchaus Aussichten auf Erfolg.

MÜNCHEN / DÜSSELDORF. Es blieb offen, ob BenQ auch weiterhin Handys produzieren will. Experten bescheinigen der Idee durchaus Aussichten auf Erfolg. „Das geht in die richtige Richtung“, sagt Dan Bieler vom Marktforscher Ovum. Der Grund: Mobilfunker gehen dazu über, Handys unter eigenem Markennamen anzubieten. So hat Vodafone den Auftrag für ein Privatkunden-Handy an den chinesischen Produzenten Huawei vergeben. Weitere Eigenproduktionen sind geplant.

Hintergrund der Entwicklung ist der zunehmende Preisverfall. „Mobilfunker wollen mit eigenen Handys die etablierten Hersteller wie Nokia und Motorola aus der Wertschöpfungskette raushalten und sich mit eigenen Produkten stärker von der Konkurrenz unterscheiden“, sagt Marktbeobachter Paul Jackson von Forrester Research. „Wenn es BenQ gelingt, weiter attraktive Geräte herzustellen, würden wir uns das sicher anschauen“, heißt es denn auch beim deutschen Marktführer T-Mobile zu den Plänen von BenQ. Auch Vodafone, die Nummer zwei hier zu Lande, gibt sich gesprächsbereit. „Wir sind generell offen für alles“, sagte ein Sprecher.

Allerdings ist das Umsatzpotenzial für solche Handys momentan noch begrenzt, denn sie sind derzeit nur eine Ergänzung zum klassischen Angebot von Nokia & Co. Für BenQ Mobile könnte die Nische aber reichen, um zu überleben, glaubt Insolvenzverwalter Prager. Vor zwei Wochen ging BenQ Mobile Pleite, weil die Konzernmutter in Taiwan alle Zahlungen an die defizitäre deutsche Tochter eingestellt hat. Der Elektronikkonzern BenQ hatte die Handysparte von Siemens 2005 übernommen und mit dem eigenen Mobilfunkgeschäft verschmolzen.

Als neue BenQ-Kunden kommen neben Mobilfunkern auch branchenfremde Unternehmen in Frage – etwa die Mode-Industrie oder TV-Sender. So gibt es heute bereits ein goldenes Handy von Dolce & Gabana, das Motorola gefertigt hat. Der Sportsender DSF bringt zusammen mit Debitel schon das zweite Handy auf den Markt. Der Münchener Kanal greift dabei auf ein Modell von Nokia zurück.

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