Neues Microsoft-Betriebssystem
„Windows 8“ zwischen Zuckerguss und Revolution

Microsoft hat auf der Technologie-Konferenz D9 eine Vorabversion von „Windows 8“ vorgestellt, das spätestens im Herbst 2012 erscheinen soll. Das runderneuerte Betriebssystem lässt aber noch einige Fragen offen.
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Los AngelesMicrosoft will die Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Wochen und Monate hinter sich lassen und mit einem runderneuerten Betriebssystem die Begeisterung der Anwender für den Personal Computer wiederbeleben. Auf der Technologie-Konferenz „D9 - All Things D“ stellte der weltgrößte Softwarekonzern eine frühe Testversion von „Windows 8“ vor, das auf Tablet Computern und auch auf herkömmlichen PCs laufen wird. „Mit diesem System unternehmen wir die größten Änderung seit Windows 95“, sagte Windows-Manager Steven Sinofsky auf der D9 in der Nähe von Los Angeles.  

Die Optik der neuen Startseite von Windows 8 erinnert stark an den „Metro“-Look von Windows Phone 7, des Microsoft-Systems für Smartphones. Microsoft verzichtet hier auf den gewohnten Start-Knopf links unten für den Aufruf des Programm-Menüs, der mit Windows 95 eingeführt wurde. Außerdem fehlt am unteren Bildschirmrand die sogenannte Taskleiste, in der sonst die Symbole der geöffneten Programme und Dokumente zu sehen sind. Programme für die neue Oberfläche werden mit Web-Technologien (HTML und JavaScript) geschrieben.

Dazu gehören auch die von Windows Phone 7 bekannten „Live-Kacheln“, die Inhalte aus dem Web wie Wetter-Informationen oder Status-Meldungen von lokal installierten Programmen ständig aktualisiert darstellen.  Nach dem milliardenschweren Kauf von Skype soll der Internet-Telefondienst ebenfalls in das Betriebsprogramm integriert werden.

Das neue Windows kann nun ohne Verrenkungen mit Fingergesten auf einem berührungssensitiven Bildschirm bedient werden, aber auch ganz traditionell mit Maus und Tastatur. Die aus den vorherigen Windows-Versionen Vista und Windows 7 bekannte „Aero“-Oberfläche ist aber nicht komplett verschwunden. So erscheinen beispielsweise beim Start eines Office-Programms von Microsoft der Start-Button und die übliche Taskleiste.

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  • MS-Windows ist das Musterbeispiel der rückwärts-orientierten Software. Dieser selbst auferlegte Zwang zur Rückwärtskompatibilität dürfte dem echten Fortschritt sehr im Wege sein.
    Microsoft hat sich vor Jahren nach NT 3.51 von allen "schwierigen" CPU Architekturen zurückgezogen auf seine x86 Insel. Linux und heute Android hatten keine Probleme mit diesen Nicht x86 CPUs. Und heute will Microsoft die schon verlorene Schlacht wieder mit alten Vaporware-Sprüchen neu aufleben lassen? Ich empfehle: Erst soll Microsoft liefern, dann kann Microsoft vielleicht zu Recht prahlen.

  • Die Mschine zum Geld drucken

  • Ich bin gespannt, wie MS die unterschiedlichen Anforderungen von Tablets und Desktop-PC unter einen Hut bringen will. Was ich in dem gestern veröffentlichten Video gesehen habe, ist für kommerzielle Anwendungen völlige unbrauchbar.

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