Neues Online-Angebot: Privatsender attackieren „Tageswebschau“ der ARD

Neues Online-Angebot
Privatsender attackieren „Tageswebschau“ der ARD

Die ARD weitet ihr Angebot im Netz immer mehr aus: Nun soll eine „Tageswebschau“ junge Online-Nutzer ködern. Die private Konkurrenz tobt. Sie sieht den Rundfunkstaatsvertrag verletzt.
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DüsseldorfDie am Montag gestartete Testphase der „Tageswebschau“ der ARD stößt bei den Privatsendern auf Unmut. Der Branchenverband VPRT fordert einen Drei-Stufen-Test für das umstrittene Zusatzangebot für junge Zuschauer im Internet. „Wir fordern einen Drei-Stufen-Test für die Tageswebschau, um zu prüfen ob das neue Angebot legitim ist. Außerdem werden dadurch die Kosten für den Gebührenzahler transparent“, sagte VPRT-Geschäftsführer Claus Grewenig dem Handelsblatt. Das aufwändige Verfahren soll klären, ob neue Online-Angebote überhaupt mit dem Rundfunkstaatsvertrag zu vereinbaren sind.

Die „Tageswebschau“ ist ein Online-Ableger der seit knapp 60 Jahren bestehenden ARD-Nachrichtensendung „Tagesschau“. Erst vor wenigen Wochen hat das Erste den 24-Stunden-Nachrichten-Kanal „Tagesschau 24“ aus der Taufe gehoben. Bei der „Tageswebschau“ werden nach ARD-Angaben in Kurzbeiträgen die wichtigsten Nachrichten für den jungen Online-Nutzer aufbereitet. Für das Projekt wurde ein eigener Media-Player entwickelt.

„Die ,Tageswebschau‘ ist keine Marketingmaßnahme“, sagte ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke. Es sei ein echtes Nachrichtenangebot. Vor allem Themen, die im Internet verstärkt diskutiert werden, sollen dort redaktionell umgesetzt werden. Das Angebot durchläuft nun eine halbjährliche Testphase, die von den ARD-Anstalten Hessischer Rundfunk, Radio Bremen und Norddeutscher Rundfunk organisiert wird. Nach drei Monaten wird die Testphase von der Universität Bremen evaluiert.

Die Privatsender kritisieren das zusätzliche Angebot scharf. „Es gibt ein perfides Legitimations-System. Mit einem neuen Nachrichtenkanal wie , Tagesschau 24‘ werden dann immer neue Online-Informationsangebote gerechtfertigt“, rügt Grewenig. Der Verband vertritt Sendergrupppen wie RTL und Pro Sieben Sat 1.

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ARD zweifelt nicht an Legitimation der „Tageswebschau“

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  • schauen sie sich mal das tvprogramm auf ard/zdf an

    jede std. 10min tagesschau und die ganze zeit über Unterhaltungssendungen bis ~22uhr ...und ab23uhr weitere Unterhaltung (Lanz...)

    das hat so stark überhang genommen....sonntag: GJ, der in 1std. weder tief genug ins thema reingehen kann, noch will. (der prof letzte woche hat es in seinen 10min alles unterbringen können)
    davor gabs bissl werbung für sarrazin....der Bildungsauftrag wird auf sub-kanäle abgeweltzt (Phoenix,zdf.info,...) aber ard,zdf jetzt mit castingshow (.de klügster...)

    die qualität hat sooo stark nachgelassen, dass ich das kotzen bekomme

  • Die Privaten können eins besonders gut: Marketing. In diesem Fall haben sie leider keine Argumente gegen ein beim besten Willen nicht als presseähnlich einzuschätzendes Videoformat, machen aber trotzdem erst mal "Wir fordern ..."-Gedöns, weil irgendwas beim DAU schon hängen bleiben wird (siehe auch einige Kommentare hier). Das Handelsblatt mischt leider lustig mit, der Artikeleinstieg ist meiner Ansicht nach dicht dran an Verlagspropaganda.

  • Ein kleiner Nerd-Fact für zwischendurch: Der Media-Player wurde nicht, wie im Artikel behauptet, extra entwickelt, sondern ist eine kostenlose Open Source Lösung mit dem Namen Projekktor. Insofern dürfte das Frontend nicht sonderlich teuer gewesen sein.

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