Neues Produkt
Apples TV-Gerät kommt – aber nicht so bald

Fans spekulieren schon länger über ein TV-Gerät Marke Apple. Nun verdichten sich die Anzeichen. Zulieferer Foxconn bereitet offenbar die Produktion schon vor. Bis zum Markteintritt kann es allerdings noch dauern.
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San FranciscoDie Indizien verdichten sich. Terry Gou, Chef des größten Apple-Zulieferer Foxconn, hat in einem Interview mit der chinesischen China Daily bestätigt, dass man die Produktion eines Apple-TV-Geräts vorbereite. Allerdings habe weder die tatsächliche Entwicklung eines Modells noch die Produktion begonnen. Damit werden Spekulationen über einen Markteintritt Apples noch im Weihnachtsgeschäft 2012 immer unwahrscheinlicher.

Gerüchte über einen Apple-Fernseher gibt es seit Jahren. Konkret wurde es, als Buchautor Walter Isaacson in seiner Biografie des verstorbenen Mit-Gründers von Apple darüber berichtet hat, dass ihm Steve Jobs persönlich entsprechende Pläne bestätigt habe. Jobs habe zudem eine neue Art der Bedienungsführung für TV-Geräte entwickelt, die die herkömmliche Fernbedienung ersetzen soll. Apple selbst bestätigt die Pläne nicht, der derzeitige Vorstandschef Tim Cook bezeichnet die existierende Apple-Settop-Box iTV immer noch offiziell als „Hobby“.

Das kürzlich bekanntgegebene Joint-Venture mit dem japanischen TV-Gerätehersteller Sharp nennt Foxconn-Chef Gou laut China Daily einen Baustein in den Vorbereitungen für den Apple-Flachfernseher. Sharp gehört zu den weltweit größten Herstellern von LCD-Panels, die Ausgangsbasis für die TV-Geräteproduktion, steckt aber in einer tiefen Krise. Gou und andere Investoren haben sich für 1,6 Milliarden Dollar bei Sharp eingekauft und 46,5 Prozent an der Sharp Display Products übernommen. Das Joint-Venture mit Sony betreibt Fabrikationsanlagen für LCD-Panels.

Apples lang erwartetes TV-Gerät wird nach Informationen des Blogs CultofMac praktisch aussehen wie ein Apple-Monitor aus der aktuellen Generation, nur fürs Wohnzimmer und optionale Wandmontage optimiert. Es wird vermutlich eine Frontkamera für Videotelefonie an Bord haben und die vom iPhone 4S bekannte Sprachsteuerung Siri. Höchstwahrscheinlich wird das TV-Gerät auch über Apples iPad-Tablet oder das iPhone zu steuern sein.

Früheren unbestätigten Berichten zufolge ist Apple-Vorstandschef Tim Cook derzeit noch auf Verhandlungsmarathon in Hollywood unterwegs, um mit Film- und TV-Produzenten über die Verbreitungsrechte der Programme über seinen Online-Store iTunes zu sprechen. Besitzer eines Apple-TV könnten sich dann die Gebühren für ihren Kabelanschluss sparen, die in den USA schnell 100 Dollar und mehr im Monat betragen, und würden nur noch die Kanäle abonnieren, die sie wirklich wollen. Kabelanbieter schnüren die Sender möglichst so in verschiedenen Paketen zusammen, dass ein Kunde gezwungen ist, mehrere Pakete zu abonnieren, selbst wenn er nur eine Handvoll Sender sehen will.

Die Ausschaltung der Kabel-Konzerne wie Comcast durch den Einsatz von iTunes gilt als eines der Hauptziele des Apple-Vorstoßes in den TV-Markt, der an sich von Überkapazitäten und massiven Preiskämpfen geprägt ist. Damit könnte eine Alleinstellungsmerkmal in den Augen der Kunden erreicht werden. Die Film- und TV-Studios fürchten jedoch offenbar noch eine offene Konfrontation mit dem mächtigen US-Kabelkonzernen, ihren wichtigsten Kunden und Umsatzbringern.  

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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