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11.10.2008 
30 Millionen betroffen

Neues Sicherheitsleck bei der Telekom

Die Deutsche Telekom hat am Samstag erneut eine riesige Sicherheitslücke eingeräumt. Die Daten von rund 30 Millionen Kunden konnten demnach von jedem beliebigen Internet-Rechner der Welt nur mit Hilfe weniger Benutzerangaben und eines Passworts eingesehen und manipuliert werden.

Die Sicherheitslücke bei der Deutschen Telekom war offenbar größer, als bisher angenommen. Foto: apLupe

Die Sicherheitslücke bei der Deutschen Telekom war offenbar größer, als bisher angenommen. Foto: ap

HB HAMBURG. Die Serie von Pannen im Umgang mit sensiblen Kundendaten bei der Deutschen Telekom reißt offenbar nicht ab. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Samstag vorab unter Berufung auf eigene Recherchen berichtete, konnten die Daten von mehr als 30 Millionen Handy-Kunden inklusive deren Bankdaten ohne großen Aufwand von jedem beliebigen Internet-Rechner in der ganzen Welt abgerufen und sogar manipuliert werden. Dazu hätten einige wenige Benutzerangaben und ein simples Passwort genügt.

Die Deutsche Telekom hat diese Sicherheitslücke am Samstag eingeräumt. Tatsächlich konnten Daten von mehr als 30 Millionen Handy-Kunden inklusive ihre Bankdaten von jedem Internet-Rechner der Welt mit Hilfe weniger Benutzerangaben und eines Passwortes abgerufen und manipuliert werden, bestätigte ein Unternehmenssprecher den Bericht des „Spiegel“. Die Telekom habe diese Sicherheitslücke aber binnen 24 Stunden geschlossen. Es gebe bislang keine Hinweise, dass es tatsächlich einen Zugriff auf die Kundendatenbank gegeben habe, sagte der Sprecher. Die Telekom führte ein neues Verfahren ein, dass mit Hilfe von Transaktionsnummern (TAN) Eingriffe Unbefugter ausschließen soll, wie das Unternehmen mitteilte.

Die Zugangsdaten haben dem Bericht zufolge nicht nur unzählige Mitarbeiter in den T-Punkt-Läden, sie kursieren auch in entsprechenden Hacker-Kreisen. Mit Hilfe solcher Codes konnten sich Redakteure des Magazins in das laufende Kundensystem von T-Mobile einloggen und Daten wie Adressen oder Bankverbindungen nicht nur einsehen, sondern auch verändern, wie der „Spiegel“ berichtete. Selbst Sperrungen von SIM-Karten, Änderung von Tarifen oder das Anlegen völlig neuer Einzugsermächtigungen wären möglich gewesen.

In der Kundendatei hätten sich auch zahlreiche Politiker, Show-Größen, Wirtschaftsführer und Milliardäre befunden. Sie hätten entsetzt reagiert, als sie von Redakteuren des Magazins auf die Verfügbarkeit ihrer Privatdaten und Kontonummern hingewiesen worden seien. Erst am Donnerstag sei das Sicherheitsleck geschlossen worden.

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