
RochesterNachdem eine überlebenswichtige Finanzierung steht, erwartet der insolvente Fotokonzern Kodak einen baldigen Neuanfang als Druckspezialist. Das Traditionsunternehmen rechnet damit, Mitte des Jahres die Insolvenz hinter sich zu lassen.
Kodak mache große Fortschritte bei seinem Umbau, erklärte Firmenchef Antonio Perez am Mittwoch (Ortszeit) am Firmensitz in Rochester im US-Bundesstaat New York. Kodak hatte sich bereits im November Kredite im Umfang von mehr als 800 Millionen Dollar gesichert, um ausreichend Startkapital zu haben.
Nun stimmte ein New Yorker Richter dem Finanzierungsplan zu. Zwischenzeitlich hatte Kodak wie von den Kreditinstituten gefordert seine Digitalfoto-Patente losgeschlagen, was mehr als eine halbe Milliarde Dollar in die Kasse spülen wird.
Kodak hatte die klassische Fotografie entscheidend geprägt, kam aber nicht mit dem Wandel zu digitalen Bildern klar. Nach hohen Verlusten rutschte der Fotopionier vor einem Jahr in die Insolvenz.
Niedergang, Pennystock, Insolvenzgerüchte: Kodak geht es so schlecht wie noch nie. Wie konnte es dazu kommen: 130 Jahre Unternehmensgeschichte im Zeitraffer.
1881 gründet der Amerikaner George Eastman zusammen mit Henry Strong die Eastman Dry Plate Company, aus der elf Jahre später Eastman Kodak hervorgeht. Zunächst stellt das Unternehmen trockene Fotoplatten her.
1888 kommt die erste Kodak-Kamera auf den Markt. Dank der 1900 eingeführten „Kodak Brownie“ wird Fotografieren massentauglich, die Kamera zum Preis von einem US-Dollar ist für jeden Hobbyfotografen erschwinglich.
1935 bringt Kodak den ersten für Hobbyfotografen geeigneten Farbfilm auf den Markt.
1975 entwickelt der Ingenieur Steven Sasson die erste Digitalkamera für Kodak.
1986 verliert Kodak einen Rechtsstreit um die Sofortbildkamera gegen Konkurrent Polaroid. Das führt neben einer Strafe in Milliardenhöhe zu einem bedeutenden Imageverlust und gilt als Wendepunkt in der Geschichte des Foto-Riesen.
1991 erzielt das Unternehmen einen Rekordumsatz von 19,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig bringt Kodak mit der „DC-100“ die erste Digitalkamera in den Handel. Massentauglich ist sie nicht – das Modell kostet 25 000 Mark.
2004 stellt Kodak den Verkauf von Kleinbildkameras ein, um sich ganz auf den digitalen Markt zu konzentrieren.
2011 schreibt Kodak das vierte Jahr in Folge rote Zahlen.
Im Zuge der Sanierung wurden große Geschäftsbereiche abgestoßen; im einstigen Kerngeschäft Fotografie ist Kodak damit kaum noch vertreten. Stattdessen setzt das Unternehmen nun auf Drucklösungen für Geschäftskunden.