Neujahrsempfang in Berlin
Springer droht mit dem Ausland

Der Zeitungskonzern Axel Springer will im Tauziehen um die geplante Übernahme der Pro Sieben Sat 1 Druck auf das Bundeskartellamt ausüben. Sollte die Bonner Wettbewerbsbehörde die Drei-Mrd.-Euro-Fusion ablehnen, will der „Bild“-Konzern sein Glück außerhalb von Deutschland suchen.

DÜSSELDORF. Vorstandschef Mathias Döpfner: „Axel Springer hat seit den sechziger Jahren versucht, sich im TV zu engagieren, weil er die Verbindung von Print und elektronischen Medien – zu Recht – als zukunftsweisend ansah. Aber wenn uns trotzdem dieser Schritt verwehrt bleiben sollte, dann werden wir auch das sportlich nehmen – und unser Glück in digitalen Märkten und im Ausland suchen.“

Sowohl das Bundeskartellamt als auch die Medienkommission KEK lehnen die TV-Fusion wegen der marktbeherrschenden Meinungs- und Marktmacht von Europas größtem Zeitungskonzern bisher ab. Döpfner kritisierte auf dem Neujahrsempfang seines Unternehmens in Berlin die mangelnde Marktkenntnis seiner Gegenspieler: „Übersehen werden dabei die globalen Verschiebungen des Medienwettbewerbs in die digitalen Vertriebsmärkte – so als sei das eine Art Fieberwahn wildgewordener New-Economy-Yuppies. Diese Einschätzung ist nicht nur falsch, sie ist fahrlässig“, sagte der frühere Zeitungsredakteur.

Bis Donnerstag 12 Uhr muss Springer beim Bundeskartellamt schriftlich darlegen, warum die geplante Übernahme kartellrechtlich unbedenklich ist. Ihre Entscheidung will die Behörde am 20. Januar fällen.

In der Berliner Springer-Zentrale herrscht derzeit große Betriebsamkeit. Döpfner verhandelt mit einer Reihe von Investoren über eine Partnerschaft, um im letzten Moment noch grünes Licht für die Fusion zu bekommen. „Wir führen Gespräche mit verschiedenen ausländischen Investoren“, hieß es am Dienstag. Neben dem in Amsterdam ansässigen Fernseh- und Radiokonzern SBS Broadcasting spricht Springer auch mit Finanzinvestoren. Mit dem französischen Fernsehkonzern TF 1 werde aber nicht verhandelt.

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