Neunmonatsumsatz kräftig gefallen
Siebel leidet unter Konkurrenzkampf

Auch im dritten Quartal hat die US-Unternehmenssoftwarefirma Siebel Systems rote Zahlen geschrieben. Zudem teilte der Konzern am Mittwoch nach Börsenschluss mit, dass der Umsatz wegen der schwachen Konjunktur und wachsendem Wettbewerbsdruck deutlich gefallen sei. Nur aufgrund von Kostensenkungen hat der SAP-Konkurrent im dritten Geschäftsquartal seinen Verlust verringert.

HB PALO ALTO. Mit seinem Ergebnis entsprach Siebel den Erwartungen der Analysten. Für das vierte Quartal prognostizierte der Konzern einen Umsatz von 335 bis 355 Mill. Dollar und einen Gewinn von sechs bis sieben Cent je Aktie vor Zukäufen und anderen Belastungen. Damit liegt der Konzern in der Erwartungsspanne von Reuters befragter Analysten, die mit einem Umsatz zwischen 333,5 und 368,6 Mill. Dollar und einem Gewinn von drei bis zehn Cent je Aktie rechnen.

Umsatzrückgänge in den vergangenen zwei Jahren haben den im kalifornischen San Mateo ansässigen Konzern zu Kostensenkungen gezwungen, die zu einem Abbau von rund 2000 Stellen geführt haben. Zudem drängten mit der deutschen SAP, PeopleSoft, und Oracle verstärkt Konkurrenten in den vormals von Siebel beherrschten Markt vertriebsunterstützender Software (CRM). Nun sagte Siebel-Finanzchef Ken Goldman: „Die Umstrukturierung ist abgeschlossen.“ Siebel kündigte zudem an, für 70 Mill. Dollar den kleineren Konkurrenten UpShot übernehmen zu wollen.

Den Unternehmensausblick nannten Analysten etwas konservativ. Er liege auf einer Linie mit dem Wachstum, das der Konzern zwischen dem dritten und vierten Quartal 2002 verbucht habe. „Ich denke, man kann sie (die Konzernführung) nicht aus der Verantwortung entlassen und alles auf die Wirtschaftslage zurückführen“, sagte Charles di Bona, Analyst bei Bernstein.“Sie kommen unter einen größeren Wettbewerbsdruck, als sie ihn vermutlich in der Vergangenheit hatten.“

Im dritten Quartal sei ein Netto-Verlust von 59,3 Mill. Dollar oder 0,12 Dollar je Aktie entstanden nach einem Fehlbetrag von 92,1 Mill. Dollar im Vorjahr, teilte Siebel am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit. Den Umsatz wies Siebel mit 321,4 (Vorjahr 357,2) Mill. Dollar aus. Das Unternehmen hatte bereits Anfang des Monats die Analystenerwartungen gedämpft und auf der Basis vorläufiger Zahlen einen Umsatz von 320 bis 322 Mill. Dollar prognostiziert. Dies lag am unteren Ende früherer Erwartungen. Der Kurs der Siebel-Aktien gab um rund vier Cent auf rund zwölf Dollar von 12,43 Dollar zu Handelsschluss nach.

Auch der Software-Lizenzumsatz, eine Kernziffer für die Branche, gab nach und lag mit 110 Mill. Dollar um 13 % unter dem Vorjahresniveau. SAP hatte die Börsen in der vergangenen Woche mit der Aussicht auf ein überraschend gutes Software-Lizenzgeschäft in Euphorie versetzt. Der größte Software-Konzern Europas legt seine endgültigen Zahlen am Donnerstag vor.

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