Neuordnung mit drei großen Anbietern
China modelt Mobilfunkmarkt um

Der Telekommarkt China steht vor einer grundlegenden Neuordnung. Nach dem Willen der Regierung in Peking sollen hier drei große Anbieter entstehen, von denen jeder eine Lizenz für den Mobilfunkdienst der dritten Generation (UMTS) bekommt. Damit sollen sie den Kunden eine multimediale Nutzung ermöglichen. Die Auswirkungen auf den Markt sind noch unklar.

PEKING. Ziel der Regierung ist es, die ersten Netze bereits zu den Olympischen Sommerspielen im August zu starten. Die neuen Anbieter sollen vor allem durch Fusionen entstehen. Dies kann auf politische Weisung erfolgen, denn Chinas Telekom-Firmen sind sämtlich Staatsbetriebe, nur ein kleiner Teil des Firmenkapitals ist an der Börse notiert. Ausländische Anbieter gibt es in dem streng regulierten Markt gar nicht, nur Vodafone durfte im Jahr 2000 2,6 Prozent der Anteile von China Mobile kaufen.

China Mobile ist der größte Mobilfunkanbieter der Welt und hat am Heimatmarkt einen Anteil von 70 Prozent. Dem Regierungsplan zufolge soll er mit der Festnetzgesellschaft China Tietong fusionieren, die aber weiter unter eigenem Namen operieren soll. Aufgespalten wird dagegen der China-Mobile-Rivale China Unicom. Dessen CDMA-Mobilfunkgeschäft wird der Festnetzriese China Telecom übernehmen, das GSM-Geschäft geht an den zweiten Festnetzbetreiber China Netcom, der künftig aber als China Unicom firmiert. Bislang entfallen bei China Unicom auf den CDMA-Bereich rund 44 Millionen Kunden, im GSM-Bereich sind es knapp 126 Millionen.

Analysten fürchten, dass die Umstrukturierung einen wachsenden Einfluss von Aufsichtsbehörde und Politik mit sich bringt. Auch viele Anleger reagierten mit Skepsis. Die Aktie von China Mobile gab an der Börse in Hongkong acht Prozent nach. Die Investmentbank Goldman hatte den Wert zuvor auf "verkaufen" herabgestuft, weil die Pläne der Politik auf Dauer "die vielen Vorteile von China Mobile" bedrohten. Bereits am Freitag hatte der Titel fast vier Prozent verloren. Seit der Vorlage der Regierungspläne hat der Konzern rund 25 Mrd. Dollar an Börsenwert verloren.

Viele Analysten halten die Reaktion des Markts jedoch für übertrieben. "China Mobile bleibt auch nach der Restrukturierung der mit Abstand führende Mobilfunkanbieter im chinesischen Markt", sagt Christian Hofmann, Fondsmanager in Peking für die Münchener Anlageberatung FIVV. Kundenbasis und Gewinnwachstum seien sehr solide.

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