Neupositionierung des Senders noch nicht geplant
ProSiebenSat.1 ist zufrieden

Deutschlands größter TV-Konzern ProSiebenSat.1 hat sich trotz einiger Misserfolge von Sendeformaten sehr zufrieden mit der Entwicklung der Zuschauerzahlen und der Werbeeinnahmen gezeigt. Das Unternehmen rechnet für den TV-Werbemarkt in diesem Jahr mit einem Zuwachs von zwei Prozent.

HB MÜNCHEN. „Wir sind mit den Marktanteilen sehr zufrieden“, sagte eine Sprecherin des Konzerns am Dienstag in München. Sie verwies darauf, dass es abgesehen von einigen Enttäuschungen auch etliche Formate der ProSiebenSat.1-Sender gebe, die gut liefen. Bei den Zuschauerzahlen sei der September der erfolgreichste Monat seit Bestehen der Sendergruppe, also seit dem Jahr 2000, gewesen. Vermarktungsvorstand Peter Christmann sagte der „Financial Times Deutschland“ zur Entwicklung der Erlöse, die Entwicklung im dritten Quartal habe den Erwartungen der Gruppe entsprochen. Die jüngsten Flops bei einigen Sendeformaten hätten allenfalls „eine gewisse psychologische Wirkung“ auf die Kunden, ergänzte er.

ProSiebenSat.1 rechnet für den TV-Werbemarkt in diesem Jahr mit einem Zuwachs von 2 Prozent, wobei das Unternehmen selbst sich noch besser entwickeln soll. „Diese Aussage hat weiterhin Bestand“, sagte die Konzernsprecherin. Zuletzt hatte der Sender Sat.1 die erst vor fünf Monaten mit hohen Erwartungen gestartete Late-Night-Show mit der Entertainerin Anke Engelke eingestellt. Bereits im September hatten Misserfolge bei Sendeformaten wie „Hire and Fire“, der Beauty-Show „The Swan“ oder der Unterhaltungssendung „Kämpf um deine Frau“ die ProSieben-Aktie belastet. Spekulationen, ProSiebenSat.1-Hauptaktionär Haim Saban könne den Sender Sat.1 möglicherweise aus der Sendergruppe herauslösen und einzeln verkaufen, hatte der Konzern allerdings klar dementiert. Die ProSiebenSat.1-Sprecherin ergänzte, es gebe auch keine Überlegungen zu einer grundlegenden Neupositionierung der Sender.

Zu einem Zeitungsbericht, wonach es neuen Zwist zwischen der Sendergruppe und der insolventen Kirch Media über Exklusiv-Fristen bei der Belieferung der Sendergruppe mit Spielfilmen gibt, sagte die Sprecherin, es gebe einen bestehenden Vertrag, der seit einem Jahr laufe. „Von unserer Seite gibt es keinen Grund für eine Auseinandersetzung, da es einen bestehenden Vertrag gibt“, sagte sie.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte berichtet, die Sendergruppe interpretiere den Vertrag über Ausstrahlungsrechte für die 2000 attraktivsten Filme aus der Filmbibliothek des einstigen Kirch-Imperiums so, dass ein Film rund um den eigenen Sendetermin drei Jahre lang nicht an andere Kanäle verkauft werden dürfe. Kich-Media-Insolvenzverwalter Michael Jaffe poche dagegen auf nur zwei Jahre. Unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreisen berichtete die Zeitung, möglicherweise werde der Vertrag mit einem geschätzten Volumen von 500 bis 700 Millionen Euro am Ende für nichtig erklärt und rückabgewickelt.

An der Börse pendelte die im Mittelwerteindex MDax enthaltene ProSieben-Aktie am Vormittag um ihren Vortagesschluss von 15,05 Euro, während der Gesamtmarkt leicht schwächer tendierte.

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