Nfon
Frisches Geld für virtuelle Telefonanlagen

Der Dienstleister Nfon bekommt neue Mittel von Investoren. Vier Millionen Euro soll die bayerische Firma, die Unternehmen virtuelle Telefonanlagen anbietet, bekommen. Wichtig, denn es verbrennt im Wettbewerb mit der Telekom und Vodafone viel Kapital.
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DÜSSELDORF. Mit einer mittelständischen Werbeagentur als erstem Kunden ging es im Mai 2007 los, jetzt will der Telefondienstleister Nfon mit frischem Geld seinem Wachstum Schwung verleihen – und so gegen die Telekom und Vodafone bestehen. Eine neue Finanzierungsrunde über vier Mio. Euro habe die bayerische Firma, die Unternehmen virtuelle Telefonanlagen anbietet, gerade abgeschlossen, sagte Gründer Marcus Otto dem Handelsblatt. Größter Investor ist der Frühphasenfinanzier Earlybird, der das Investment auf Nachfrage bestätigte.

Nfon bietet an, den Funktionsumfang einer Telefonanlage ins Internet zu verlagern. Die Technik soll Firmenkunden Geld sparen und flexibler sein. Nfon konkurriert dabei etwa mit der Deutschen Telekom und Vodafone. So hat Vodafone bereits erste Kunden mit seiner Lösung Office-Net ausgestattet. Dabei können etwa die Handys der Mitarbeiter so eingebunden werden, dass sie vom Firmenstandort aus zu Festnetzpreisen telefonieren. Noch laufe die Kontrolle auf mögliche Probleme bei den ersten Testkunden, heißt es bei Vodafone. Anschließend werde das Produkt stärker vermarktet. Die Telekom verkauft ihr Produkt DeutschlandLAN an Mittelständler.

Nfon-Chef Otto nennt hohe Ziele: In den Monaten bis Juli 2011 will er die Neukundengewinnung mit neuen Vertriebspartnern verzehnfachen. 2010 soll der Umsatz bei knapp vier Mio. Euro liegen, 2011 bei 15 Mio. Euro. Anschließend sei eine weitere Finanzierungsrunde denkbar.

Da das Ziel der aktuellen Investoren ein lukrativer Abschied sei, müsse vor deren Ausstieg eine Umsatzgröße von 30 Mio. Euro erreicht werden. Dann sei eine Bewertung von 100 Mio. Euro bei einem Ausstieg realistisch, erklärte Otto.

Über die monatlichen Gebühren der Kunden für die Telefon-Leistung könnte das Unternehmen jederzeit schwarze Zahlen erreichen, sagte Otto – wenn die hohen Marketing-Ausgaben, mit denen sich Nfon sein Wachstum erkauft, nicht wären.

2009 stand im Bundesanzeiger für Nfon noch ein Jahresfehlbetrag von 2,46 Mio. Euro nach 0,54 Mio. Euro im Jahr zuvor. Das ist deutlich mehr als der Umsatz, den Otto für 2009 mit 1,1 Mio. Euro beziffert. Das Geld geht nicht nur in den Vertrieb, sondern auch in die Entwicklung: Bald sollen Kunden wie der ADAC und Scout24 auch Videokonferenzen nutzen können.

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