Nicht immer ist das, was technisch möglich ist, auch wirtschaftlich sinnvoll: Der Lockruf der Größe

Nicht immer ist das, was technisch möglich ist, auch wirtschaftlich sinnvoll
Der Lockruf der Größe

Drei Jahre hat es gedauert, bis der amerikanische Medienkonzern Time Warner eingesehen hat, dass der Zusammenschluss mit dem Onlinedienst AOL ein Fehler war. Die Idee der Fusion, die Inhalte von Time Warner über die AOL-Kanäle zu vermarkten, war einfach zu verlockend.

NEW YORK. So reizvoll ist die Verbindung von Netzbetreiber und Inhalteanbieter, dass auch der US-Kabelbetreiber Comcast nicht widerstehen kann. So bietet Comcast, ein Unternehmen, das hauptsächlich Kabel verlegt, 66 Mrd. $ für den weltbekannten Walt-Disney-Konzern.

Seit mehr als zehn Jahren wachsen die verschiedenen Bereiche der Medienindustrie zusammen: Kabelgesellschaften, Satellitenbetreiber, Verlage, TV-Sender, Softwareanbieter und Telefongesellschaften – sie alle beteiligen sich an einer inzwischen globalen Konsolidierung der Branche. Treibende Kraft für diesen Multimediatrend ist der technische Quantensprung ins digitale Zeitalter. Seitdem praktisch alle Inhalte – ob Sprache, Schrift, Musik, Bild und Film – über digitale Kanäle vertrieben werden können, sind die Phantasien der Medienmanager grenzenlos. Das Beispiel AOL/Time Warner zeigt jedoch: Nicht immer ist das, was technisch möglich ist, auch wirtschaftlich sinnvoll.

Comcast-Chef Brian Roberts schreckt das Beispiel AOL/Time Warner nicht. Wie der frühere AOL-Chef Steve Case will auch Roberts den größten Medienkonzern der Welt gründen. Tatsächlich würden Comcast und Disney zusammen den Marktführer Time Warner an Erlösen übertreffen. Roberts kann allerdings für sich in Anspruch nehmen, dass seine Pläne viel handfester sind als die Internet-Träume von Case. „Zusammen würden wir den größten Kabelbetreiber des Landes mit Disneys führendem Unterhaltungsfilmangebot, seinem Mediennetzwerk und seinen Freizeitparks vereinigen“, schreibt Roberts an Disney-Chef Eisner. Den überzeugt das nicht. Eisner lehnte es ab, mit Roberts überhaupt über eine Fusion zu sprechen.

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