Niederländer hoffen auf Übernahme westlicher Rechtssysteme in Asien
Reed Elsevier will in allen Sparten wachsen

Die britisch-niederländische Verlagsgruppe Reed Elsevier rechnet in den kommenden drei Jahren mit einem deutlich verbesserten Umfeld für Verlage.

lee AMSTERDAM. Der Konzern, der am meisten Geld mit naturwissenschaftlichen Fachpublikationen verdient, erwartet Vorstandschef Crispin Davis zufolge bis 2007 in allen Sparten ein durchschnittliches Wachstum von mindestens fünf Prozent. Das Ergebnis soll im laufenden Jahr – auf der Basis stabiler Wechselkurse – zweistellig zulegen.

Wie alle europäischen Unternehmen mit einem hohen Umsatzanteil in den USA litt Reed Elsevier 2004 unter dem schwachen Dollar. Der Konzernumsatz ging nach vorläufigen Zahlen um ein Prozent auf 7,07 Mrd. Euro zurück. Der Gewinn vor Steuern stieg um zwei Prozent auf 1,51 Mrd. Euro und lag damit über den Erwartungen. Entsprechend schnellte der Aktienkurs um über sechs Prozent in die Höhe. Auf der Basis stabiler Wechselkurse wären sowohl der Umsatz als auch der Gewinn gestiegen.

„Vom Dollar hängen 60 Prozent unserer Umsätze und etwa 40 Prozent des Gewinns ab“, erläuterte Davis. Auf den Nettogewinn und damit den Gewinn pro Aktie färbte die Wechselkursentwicklung jedoch weniger stark ab, weil das Unternehmen einen großen Teil der Steuern in den USA bezahlt und dabei von der Dollarschwäche profitiert.

Seit einigen Monaten hatten sich Analysten besorgt über die Aussichten der Wissenschaftssparte gezeigt. Sie befürchteten, dass die Einnahmen zurückgehen würden, da immer mehr Universitäten in Europa und in den USA mit knapperen Budgets zurechtkommen müssen. Tatsächlich verzeichnete dieses Geschäftsfeld trotz der Dollarschwäche einen stabilen Umsatz von gut zwei Mrd. Euro und konnte auch die operative Marge bei 34 Prozent halten.

Inzwischen stieg die Nachfrage von wissenschaftlichen Institutionen nach Unternehmensangaben sogar wieder leicht an. Insgesamt soll die Sparte bis 2007 um durchschnittlich fünf Prozent im Jahr wachsen.

Die letzthin besonders unter Druck geratene Sparte Reed Business soll nach den Vorgaben des Konzerns ein ähnliches Tempo vorlegen. In dem Geschäftsfeld sind neben Magazinen wie dem niederländischen Wochenblatt „Elsevier“ auch die Messeaktivitäten und Jobbörsen und andere Online-Angebote des Konzerns zusammengefasst. Laut Davis sind die meisten Märkte für Printmedien nach langer Flaute wieder gewachsen und allmählich stiegen auch die Renditen wieder. Gemessen an den Gewinnspannen der Fachverlagssparten fällt die operative Marge hier mit 18 Prozent mager aus.

Im Geschäft mit juristischen Fachpublikationen entwickelte sich Davis zufolge vor allem die in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Australien lancierte elektronische Datenbank Lexis Nexis erfolgreich. Die größten Wachstumschancen für juristische Fachpublikationen sieht Davis in Asien. Sowohl China als auch Japan hätten durchblicken lassen, dass sie ihre Rechtssysteme westlichen Standards anpassen wollen. Davis hofft, dass sich dadurch ein riesiger Markt für Reed Elsevier eröffnet: „Japan ist nach den USA der Markt mit den meisten Gerichtsprozessen.“

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