Nobuaki Kurumatani Ex-Banker wird neuer Toshiba-Chef

Toshiba setzt auf einen neuen Firmenlenker. Erstmals seit Jahren soll der angeschlagene Konzern wieder einen Milliardengewinn erzielen.
Update: 14.02.2018 - 11:00 Uhr Kommentieren
Der Japan-Chef der europäischen Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners soll zum 1. April Toshiba-Chef Satoshi Tsunakawa ablösen. Quelle: AFP
Nobuaki Kurumatani

Der Japan-Chef der europäischen Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners soll zum 1. April Toshiba-Chef Satoshi Tsunakawa ablösen.

(Foto: AFP)

TokioDer angeschlagene japanische Industriekonzern Toshiba will einen früheren Banker zum neuen Unternehmenschef machen. Wie das Management am Mittwoch mitteilte, wurde Nobuaki Kurumatani auf den Posten berufen. Kurumatani war früher in führender Stellung bei der Bank Sumitomo Mitsui Financial Group tätig. Sie ist einer der Haupt-Kreditgeber von Toshiba, die üblicherweise auch ein gewichtiges Wort bei Managemententscheidungen mitreden.

Derzeit ist Kurumatani noch Japan-Chef der europäischen Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners. Bei Toshiba löst er Amtsinhaber Satoshi Tsunakawa ab, der künftig für das Tagesgeschäft verantwortlich sein soll.

Erstmals seit vier Jahren peilt Toohiba wieder einen milliardenschweren Gewinn an. Im Geschäftsjahr bis Ende März werde voraussichtlich ein Nettoergebnis von umgerechnet rund 3,9 Milliarden Euro erzielt, teilte der durch die Insolvenz seiner US-Atomsparte Westinghouse in Schwierigkeiten geratene Konzern am Mittwoch mit. Zunächst hatte Toshiba einen Verlust von 830 Millionen Euro in Aussicht gestellt, konnte aber zuletzt die Kassen mit dem Verkauf von Ansprüchen gegen Westinghouse an eine Gruppe von Investoren füllen. Die Finanzprobleme will das Unternehmen nun mit einem früheren Banker an der Spitze hinter sich lassen.

Die Rückkehr in die Gewinnzone verschafft Toshiba nun Luft zusammen mit der Ausgabe zusätzlicher Aktien für rund 4,5 Milliarden Euro an ausländische Fonds. Damit vermeiden die Japaner, erneut ein negatives Eigenkapital auszuweisen und so die Börsennotierung zu gefährden. Zugleich lässt der Druck nach, den Verkauf der Chipsparte an ein von US-Beteiligungsfirma Bain Capital geführtes Konsortium über die Ziellinie zu führen.

Allerdings betonte Toshiba, den Deal wie vereinbart bis Ende März abschließen zu wollen. Experten zufolge ist es aber fraglich, ob Toshiba tatsächlich die regulatorischen Hürden bis dahin überwinden kann. Falls der Verkauf nicht in diesem Geschäftsjahr abgeschlossen werde, habe Toshiba die Option Abstand zu nehmen, sagten Insider. Der angehobene Gewinnausblick zeigte zugleich, dass sich das operative Ergebnis ohne die für rund 15 Milliarden Euro verkaufte Chipsparte bei Null belaufen würde.

Das 140 Jahre alte Unternehmen stellt neben Halbleitern unter anderem Fernseher, Industrie-Kameras, Drucker und Energietechnik her.

  • rtr
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