Noch in dieser Woche weiterer Zukauf
Celesio kauft weiter dazu

Keine finanziellen Grenzen für Einkaufstouren sieht Europas größter Pharmahändler. Daher will Celesio seinen Expansionskurs fortsetzen und den Vorsprung vor dem Branchenzweiten ausbauen.

HB STUTTGART. „Wir fühlen uns in der Lage, jede Akquisitionsmöglichkeit in die Tat umsetzen zu können, ohne den Kapitalmarkt um Geld bitten zu müssen“, sagte Vorstandschef Fritz Oesterle am Dienstagabend in Stuttgart. Die 460 Millionen Euro aus der Kapitalerhöhung im April 2002 seien noch unangetastet, die jüngsten Zukäufe seien aus dem laufenden Mittelzufluss finanziert worden. Die Gewinne könnten aber nicht in jedem Jahr wie 2004 um mehr als 20 Prozent steigen, warnte der Celesio-Chef.

Nach gut zweijähriger Pause hatte Celesio kürzlich wieder in seinem Kerngeschäft, dem Medikamenten-Großhandel, drei Firmen in Kroatien, Slowenien und Portugal erworben. Beim Einstieg auf dem slowenischen Markt sei Celesio inzwischen einen Schritt weiter, sagte Oesterle. Dort habe das Unternehmen trotz des Gegengebots einer slowenischen Bank weitere 20 Prozent an der Kemofarmacija übernommen und seine Beteiligung an dem dortigen Marktführer wie geplant auf mehr als 50 Prozent aufgestockt. Auch den Anteil von zehn Prozent an der kroatischen Medika wolle Celesio auf mehr als 50 Prozent ausbauen. Der deutsche Konkurrent Anzag hatte am Dienstag 49 Prozent an der kroatischen Nummer drei im Pharmahandel, Oktal Pharma, erworben.

Noch in dieser Woche weiterer Zukauf

Im jüngsten Geschäftsfeld, herstellernahen Dienstleistungen, werde Celesio gegen Ende der Woche einen weiteren Zukauf bekannt geben, mit dem der Konzern ein weiteres Land erschließen könne, kündigte Oesterle an. Der Konzern arbeitet an einem europaweiten Lager-, Logistik- und Vertriebsnetz für Arzneimittelhersteller und will sich so ein drittes Standbein aufbauen. In der Bilanz für 2004 soll das „AVS“ (Added Value Services) genannte Geschäft erstmals getrennt ausgewiesen werden.

Die jüngsten Akquisitionen seien nicht etwa der Beginn einer Akquisitionswelle, betonte Oesterle. Ziel bleibe es jedoch, den Vorsprung vor Europas Nummer zwei, der Mannheimer Phoenix, noch auszubauen.

Oesterle bekräftigte die Prognose, wonach der Gewinnanstieg im Konzern vor Steuern 2004 jenseits von 20 Prozent liegen soll. Finanzvorstand Felix Zimmermann sagte, diese Zuwachsrate gelte auch nach dem internationalen Bilanzierungsstandard IFRS, auf den Celesio mit den Geschäftsjahreszahlen 2004 umstellt. Die Gewinne fielen nach IFRS tendenziell höher aus als nach dem bisher angewandten deutschen Handelsgesetzbuch (HGB). In den ersten neun Monaten hatte der HGB-Vorsteuergewinn um 26 Prozent zugelegt, dagegen stieg der Umsatz nur um 3,8 Prozent auf 14,16 Milliarden Euro. Damit sei Celesio so schnell gewachsen wie der vergleichbare Markt - das Ziel, das sich das Unternehmen für das Gesamtjahr gesteckt hat, wie ein Sprecher ergänzte.

Vorstandschef Oesterle warnte davor, ähnliche Gewinnzuwächse auch in den kommenden Jahren zu erwarten. „Wir gehen das neue Jahr mit Optimismus an. Aber wir können nicht davon ausgehen, dass das Ergebnis Jahr für Jahr so emporschnellen wird wie in diesem“, sagte er.

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