Kai-Uwe Ricke: Er leitete die Telekom vier Jahre lang ab November 2002. In dieser Zeit hat er erfolgreich den Schuldenberg reduziert, den sein Vorgänger Ron Sommer hinterlassen hatte. Darüber vernachlässigte Ricke aber Akquisitionen – bei der laufenden Konsolidierung der Branche blieb die Telekom außen vor. Letztlich scheiterte Ricke (Foto), dessen Vater Helmut den Konzern bereits Anfang der 90er-Jahre geführt hatte, auch an einer positiven Eigenschaft – seiner netten Art. Er sei entscheidungsschwach, argumentierten Kritiker, und verweise die großen, rivalisierenden Egos seiner Vorstände nicht in ihre Schranken. Eines dieser Alphatiere war René Obermann, Chef der Mobilfunktochter T-Mobile.
Ron Sommer: Von 1996 bis Mitte 2002 stand er an der Telekomspitze. Er formte aus dem Behördenapparat Bundespost einen internationalen Telekomkonzern. In einem wahren Kaufrausch häufte der heute 58-Jährige während der Internet-Blase weltweit Beteiligungen und einen Schuldenberg des Konzerns von 61 Milliarden Euro an. Zum Verhängnis wurde Sommer (Foto) der Kauf des US- Mobilfunkers Voicestream, für den er inklusive Schulden umgerechnet 50 Milliarden Euro auf den Tisch legte. Dies galt als völlig überteuert. Im Nachhinein jedoch erwies sich der Kauf als richtig: Heute ist T-Mobile USA der wichtigste Wachstumsmotor des Telekom-Konzerns. Auf Ron Sommer folgte 2002 für rund ein halbes Jahr der 72-jährige Helmut Sihler als Interims-Chef.

