Nokia-Deal perfekt
Microsoft wird zum Smartphone-Riesen

Aus Microsoft wird Microhard: Der US-Konzern hat den Kauf der Gerätesparte von Nokia abgeschlossen. Damit ist es jetzt nicht nur ein Software-, sondern auch ein Hardware-Riese. Der Preis fällt höher aus als gedacht.
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RedmondMicrosoft kann jetzt im Smartphone-Markt mit eigenen Produkten angreifen: Der US-Konzern hat am Freitag den Kauf der Gerätesparte von Nokia abgeschlossen. Die Aktionäre des finnischen Unternehmens und die staatlichen Aufsichtsbehörden hätten den Kauf genehmigt, teilte er am Freitag in Redmond mit. Der Deal war bereits im September 2013 angekündigt worden, die Zustimmung der Regulierungsbehörden zog sich aber über Monate hin.

„Die Fähigkeiten, die Nokia einbringt, werden unsere Transformation beschleunigen“, erklärte der neue Microsoft-Chef Satya Nadella. Mobile Geräte und Cloud-Dienste stünden jetzt im Mittelpunkt. Der Konzern will bei den Smartphones und Handys Hardware und Software besser aufeinander abstimmen. Er betonte aber, weiterhin mit anderen Herstellern zusammenarbeiten zu wollen – diese stehen nun allerdings in Konkurrenz zu Microsoft.

Der frühere Nokia-Chef Stephen Elop wird mit der Übernahme einer der starken Männer beim US-Konzern: Er leitet jetzt das gesamte Hardware-Geschäft, zu dem neben den Nokia-Produkten unter anderem auch die Spielkonsole Xbox und das Microsoft-Tablet Surface gehören. Der Manager war bereits früher bei Microsoft tätig, wechselte dann zu Nokia und veranlasste dort als Chef den Verkauf der Gerätesparte. Zwischenzeitlich war er auch als neuer Microsoft-CEO im Gespräch.

25.000 Mitarbeiter an 130 Standorten wechseln zu Microsoft. Dazu zählen auch mehrere Fabriken. Allerdings verbleibt die Anlage im indischen Chennai bei Nokia. Hintergrund ist ein Streit mit den indischen Finanzbehörden, die die Fabrik im vergangenen Jahr unter Zwangsverwaltung gestellt hatten. Dort sollen Handys für Microsoft herstellt werden. Die Fabrik im südkoreanischen Masan will der finnische Konzern schließen.

Nokia könnte auf den Kaufpreis von 5,44 Milliarden Euro einen Aufschlag bekommen: Der endgültige Preis könne „leicht höher“ sein, erklärte das finnische Unternehmen. Details will es bei der Vorlage der Quartalszahlen in der kommenden Woche nennen. Dann will es angeblich auch den neuen Chef vorstellen: Nach einem Bericht der finnischen Zeitung „Helsingin Sanomat“ übernimmt Rajeev Suri die Konzernführung. Er hatte in den vergangenen Jahren die krisengeplagte Netzwerksparte NSN mit drastischen Maßnahmen saniert.

Für Verbraucher wichtig: Microsoft übernimmt die Kundengarantien für alle Geräte, die Nokia verkauft hat.

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