Nokia nach dem Verkauf
Und jetzt wieder Gummistiefel?

Vom Gummistiefel- und Reifenproduzenten zum führenden Handy-Hersteller – und jetzt der Verkauf des Mobilfunkgeschäfts an Microsoft. Der Nokia-Konzern muss sich wieder neu erfinden. Und wird dabei ein bisschen deutscher.
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StockholmSelbst das finnische Außenministerium konnte sich eines Kommentars nicht enthalten: „Das Ende einer Ära“ betitelte das Ministerium am Dienstag eine Presseerklärung über den Verkauf des einstigen Handy-Weltmarktführers an den amerikanischen Software-Riesen Microsoft. Finnland befindet sich heute in Schockstarre, denn Nokia war und ist der Stolz einer ganzen Nation. Die Aktien indes setzte zu einem gewaltigen Höhenflug an.

Noch vor wenigen Jahren stand der finnische Vorzeigekonzern für fast ein Viertel aller Exporte. Fast jedes zweite Handy auf der Welt stammte von Nokia. Finnland war Nokia, Nokia war Finnland. Der Stolz in dem 5,4 Millionen-Einwohner-Land kannte keine Grenzen. Doch der Erfolg machte blind. Denn Apple kam mit seinem iPhone und der Absturz des einstmals wertvollsten europäischen Unternehmens nahm seinen Lauf. In Finnland wurde schon damals das Ende einer Ära gesehen. Viele ehemalige Nokia-Mitarbeiter gründeten eigene Unternehmen. So entstand beispielsweise Rovio, das mit „Angry birds“ eines der erfolgreichsten Spiele dieses Jahrtausends entwickelte. Die Abhängigkeit von Nokia sank.

Als dann vor gut zwei Jahren mit dem Microsoft-Manager Stephen Elop erstmals ein Nicht-Finne das Ruder bei Nokia übernahm und dem Konzern als Rettungsmedizin das Windows-Betriebssystem seines alten Arbeitgebers verschrieb, war vielen bereits klar, dass die Zeit für Nokia ablief. Der Verkauf von der Presse sehr gelobten Lumia-Smartphones lief schleppend an, der Konzern verlor gegenüber Apple und vor allem Samsung immer mehr den Anschluss.

Gerüchte über einen eventuellen Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft hat es seit Monaten gegeben. Doch immer wieder hieß es, es seien reine Spekulationen ohne größeren Wahrheitsgehalt. Deshalb schlug die Meldung über den Verkauf der Handy-Sparte für 5,4 Milliarden Euro zumindest zu diesem Zeitpunkt an diesem Morgen in Finnland wie eine Bombe ein. Und das, obwohl Finnen für ihren Pragmatismus bekannt sind.

Gleichzeitig beschäftigt viele Menschen in dem kleinen Land, was mit den Arbeitsplätzen geschieht. Noch sind Details nicht bekannt, es heißt nur, dass etwa 32 000 Nokia-Mitarbeiter zu Microsoft wechseln werden. Der Hauptsitz in Espoo bei Helsinki soll bestehen bleiben. Die Hauptproduktion fand schon lange nicht mehr in Finnland statt.

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Netzwerkausrüstung ist das neue Herz von Nokia

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  • Na, ich habe heute meine Nokia Aktien, die ich bei 1,82 gekauft habe, mit Freuden losgeschlagen. :-)

  • Der deal ist nicht durch!
    Es bedarf für den Verkauf wesentlicher Geschäftsbereiche einer außerordentlichen HV und da werden die big-boys und Heuschrecken auf den Plan kommen.
    Das gibt noch Kapriolen und heftige Kurschwankungen denke ich!

  • "Diese "Nokia Siemens verkauft Repressionsinfrastruktur an den Iran" Geschichte finde ich ja absolut großartig, weil das so schön aufzeigt, was für üble Regime UNS eigentlich so regieren. Hier sagt NSN der BBC sehr treffend:

    A spokesman described the system as "a standard architecture that the world's governments use for lawful intercept".

    He added: "Western governments, including the UK, don't allow you to build networks without having this functionality."

    EXAKT! Das ist der Kernpunkt! Nicht für den Iran wurde diese Technologie erfunden und gebaut. UNSERE üblen Repressionsregimes haben das erfunden, spezifiziert, standardisiert und gesetzlich vorgeschrieben. Wenn der Iran das gegen seine Bürger einsetzt, ist das plötzlich verwerflich? Aber wenn wir das unseren Telcos vorschreiben, ist das rechtsstaatlich OK? Nicht nur ich habe da offensichtlich Verständnisschwierigkeiten und kognitive Dissonanz. "
    http://blog.fefe.de/?ts=b4be3c40

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