Nokia Siemens Networks
Netzwerkbauer krempelt Vorstand um

Nokia Siemens Networks wechselt seinen Finanzchef aus. Marco Schröter muss das Unternehmen verlassen, der Manager wird durch Samih Elhage abgelöst. Für Schröter ist es der zweite herbe Rückschlag binnen drei Jahren.
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MünchenDer Netzwerkbauer Nokia Siemens Networks (NSN) wechselt kurzfristig seinen Finanzchef aus und krempelt seinen Vorstand um. Das Vorstandsmitglied Samih Elhage löse Marco Schröter als Finanzvorstand ab, teilte NSN am Dienstag mit. Schröter verlasse das Unternehmen umgehend, hieß es ohne weitere Begründung. Der abrupte Wechsel deutet auf einen Bruch zwischen dem deutschen Manager und NSN-Chef Rajeev Suri hin. Ein NSN-Sprecher wollte sich nicht näher zu den Gründen äußern. „Er verlässt uns, während wir unseren Schwerpunkt von der Restrukturierung auf die Transformation verlagern“, sagte der Sprecher. Restrukturierungschef Alex Matuschka bleibt indes im Vorstand, wie aus einem internen Schreiben an die NSN-Mitarbeiter hervorgeht. Neu in das Gremium rücken demnach Qualitätschef Deepti Arora und Kathrin Buvac als Strategiechefin auf. Elhages bisherige Position als Vorstand für das Tagesgeschäft wird abgeschafft.


NSN baute zuletzt weltweit in einer dritten Sanierungsrunde an die 20.000 Stellen ab. Durch Kosteneinsparungen arbeitete sich das lange gebeutelte Gemeinschaftsunternehmen drei Quartale in Folge in die Gewinnzone und schürte damit Spekulationen auf einen Ausstieg der beiden Mutterkonzerne.

Für Schröter ist es das zweite jähe Karriereende in drei Jahren. Der aus dem Ruhrgebiet stammende Manager musste 2010 nach einem Machtkampf mit Vorstandschef Peter Bauer seinen Posten beim Halbleiterkonzern Infineon räumen. Knapp ein Jahr später tauchte der promovierte Kaufmann beim schlingernden Netzwerkbauer auf und galt dort als Vertrauter von Siemens -Finanzchef und NSN-Aufsichtsrat Joe Kaeser.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Leider wird man wohl nie erfahren, wie hoch die Austrittsprämie dieses feinen Herrn Schroeter sein wird, der zigtausende Entlassungen auf seinem nicht vorhandenen Gewissen hat. Aber er hätte ja gerne noch mehr Leute rausgeschmissen und den ganzen Standort München geschlossen.

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