Notierung an der Nasdaq soll eingestellt werden
Intershop spart mit Erfolg

Der finanziell angeschlagene Softwarehersteller Intershop Communications hat seinen Umsatz gesteigert und gleichzeitig den Verlust deutlich verringert. „Wir bewegen uns in die richtige Richtung“, sagte Intershop-Chef Jürgen Schöttler am Donnerstag.

HB MÜNCHEN. Zugleich kündigte der Entwickler von elektronischen Handelsplattformen den Rückzug von der US-Technologiebörse Nasdaq an, um so Kosten zu sparen. Gespräche mit möglichen Investoren - sei es über einen Einstieg oder auch eine Übernahme - liefen weiter, sagte Schöttler. Nach wie vor sei Intershop an einem Geldgeber interessiert. „Wir sind aber auch ohne einen Investor überlebensfähig.“

Die im Prime Standard notierte Intershop-Aktie reagierte mit einem Kursgewinn von zeitweise über 13 Prozent auf 1,88 Euro auf die Nachrichten.

Für das Gesamtjahr rechne er wie angekündigt mit einem Umsatz von 23 bis 25 Millionen Euro sowie einem Verlust von 19 bis 21 Millionen Euro, sagte Schöttler. Im Jahresverlauf hatte das Unternehmen bereits mehrfach seine Geschäftsprognosen gesenkt.

Im Zeitraum Juli bis September kletterte der Konzernumsatz den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorquartal um 16 Prozent auf 6,5 Millionen Euro. Die Erlöse aus dem Verkauf von Software-Lizenzen stiegen dabei um 43 Prozent auf 2,2 Millionen Euro, der Serviceumsatz erhöhte sich auf 4,3 (4,1) Millionen Euro. Unter dem Strich verringerte das in Jena ansässige Unternehmen den Verlust auf 3,8 (6,6) Millionen Euro.

Das früher am Neuen Markt als Börsenstar gefeierte Unternehmen war nach dem Platzen der Internet-Blase im Jahr 2000 in Schwierigkeiten geraten. Wie andere Software-Firmen verzeichnete Intershop drastische Umsatzeinbrüche. Im operativen Geschäft leidet Intershop nach wie vor unter hohem Mittelabfluss. Die Gesamtbetriebskosten betrugen den Angaben zufolge im Quartal einschließlich dem Aufwand für Restrukturierung 10,7 Millionen Euro und lagen damit klar über dem Umsatz. Durch besseres Forderungsmanagement habe Intershop dies aber ausgleichen und die Liquidität sogar auf 4,2 (3,8) Millionen Euro heben können, sagte Schöttler.

Der erst seit Mitte Juli amtierende Vorstandschef kündigte an, die reinen Betriebskosten - zuletzt 8,4 Millionen Euro - im Schlussquartal nochmals um rund zwei Millionen zu senken. Dann stünden den Kosten Umsätze in gleicher Höhe gegenüber. Durch den Nasdaq-Rückzug werde die Firma zudem jährlich um rund 300.000 Euro entlastet, zugleich entfielen ansonsten 2004 notwendige zusätzliche Investitionen in die Bilanzierung.

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