Notverkäufe
Oerlikon kämpft um Existenz

Seit Wochen wird spekuliert, dass der angeschlagene Technologiehersteller OC eine Fusion mit dem Schweizer Industriekonzern Suklzer anstrebt. Nun ersteigt das Management den Gerüchten eine Absage. Stattdessen sollen Notverkäufe das Unternehmen retten.

ZÜRICH. Der stark angeschlagene Technologiekonzern OC Oerlikon will seine Existenzkrise alleine meistern. Verwaltungsratschef Vladimir Kuznetsov erteilte Spekulationen über einen Zusammenschluss mit dem Schweizer Industriekonzern Sulzer eine Absage. „Ein Zusammenschluss mit Sulzer ist für uns keine Option“, sagte der Russe. Oerlikon und Sulzer werden beide vom russischen Oligarchen Viktor Wekselberg kontrolliert. Seit Wochen gibt es Gerüchte, dass er Oerlikon zerschlagen und die Konzerne fusionieren will.

Oerlikon ist als Mischkonzern besonders hart von der Wirtschaftskrise betroffen, 2008 lag der Jahresverlust bei 422 Mio. Euro. Auch für 2009 wird ein Verlust erwartet. Schlimm sieht es in den Sparten Textilmaschinen und Halbleiter aus. Aber auch das Getriebegeschäft hat dramatisch an Boden verloren. Geprüft wird nun der Verkauf der Sparten Textilmaschinen und Getriebe.

Bei Oerlikon kommen noch hausgemachte Probleme zur Krise hinzu. So hat sich das Unternehmen durch die Übernahme des Maschinenbauers Saurer einen Schuldenberg aufgeladen. Die Nettoschulden lagen Ende 2008 bei 1,6 Mrd. Franken. Um das Unternehmen finanziell zu stabilisieren, wollte Finanzchef Jürg Fedier auch eine Kapitalerhöhung nicht ausschließen. Auch auf der Kreditseite drückt der Schuh. Nur knapp konnte Oerlikon einen Bruch der Kreditvereinbarungen für ein Darlehen von 2,5 Mrd. Franken verhindern. Nach Berechnungen von Analysten hatten die Schweizer mit einem Verhältnis von Nettoverschuldung zum operativen Ergebnis (Ebitda) von knapp 3,5 die Schmerzgrenze seiner Gläubiger fast erreicht. Nach Angaben des Finanzvorstands liegt die Zielgröße jetzt wieder unter drei.

Das Management versucht, auch mit Notverkäufen gegenzusteuern. Die Halbleitersparte Esec wurde an BE Semiconductor verkauft. Für das Geschäft mit Wafern ist ein Management-Buyout geplant.

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