NSA-Überwachung
Google beschwert sich bei Obama

Der Suchmaschinen-Riese Google geht mit dem US-Geheimdienst NSA scharf ins Gericht: Die Spionage bei Internet-Konzernen sei „empörend“, sagt Verwaltungsratschef Eric Schmidt. Weitere Enthüllungen schließt er nicht aus.
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Die Überwachung des US-Geheimdienstes NSA schadet dem Geschäft der amerikanischen Technologieunternehmen. Da verwundert es nicht, dass Google sich an oberster Stelle über die Schnüffelei NSA beschwert. Der Internet-Konzern habe sich an US-Präsident Barack Obama, dessen Vizepräsident Joe Biden und den Kongress gewendet, aber auch an die NSA selbst, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende und langjährige Chef Eric Schmidt in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“. Zu den Reaktionen der Politik äußerte er sich nicht.

Falls der Geheimdienst tatsächlich die Rechenzentren des Konzerns ausspioniere, sei das „empörend“. Diese Maßnahmen entbehrten des gesunden Menschenverstandes und verletzten womöglich die Privatsphäre von Nutzern. Medienberichten zufolge schöpft der Geheimdienst bei Google und Yahoo die Informationen über Millionen von Nutzern ab. Dafür greift er auf den Datenverkehr zwischen den Rechenzentren der Unternehmen zu. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die NSA über ein Programm namens Prism Informationen bei diversen großen Internetfirmen abgreift, darunter der Suchmaschinen-Riese.

Schmidt forderte mehr öffentliche Kontrolle und Transparenz. „Wollen wir wirklich, dass die Regierung all diese Informationen überwacht?“ Das gelte gerade für US-Bürger – in Washington ein wichtiges Argument: Die Überwachung der eigenen Bürger berührt die Öffentlichkeit weitaus mehr als das Geschehen jenseits der Grenzen. Am Freitag hatte Google gemeinsam mit Facebook, Apple und anderen Unternehmen den Kongress zu mehr Transparenz und einer Reform der NSA aufgefordert.

Die Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden hätten zum Verständnis der NSA-Schnüffelei beigetragen, sagte Google-Manager Schmidt. Dass die Affäre bald beendet ist, glaubt er offenbar nicht: „Es ist absolut möglich, dass noch mehr Enthüllungen kommen."

Kommentare zu " NSA-Überwachung: Google beschwert sich bei Obama"

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  • Die NSA ist Robin Hood?
    Jahrelang wurde gestohlen, nun soll eventuell Schluss sein, lol, Wenn die Maschine ihre Arbeit aufnimmt, reichen ihr die Daten, die sie schon gesammelt wurden. Es geht jetzt ums LÖSCHEN. Die Beute der NSA muß vernichtet werden, die Giftfässer müssen entsorgt werden, sozusagen. Google bekommt trotz guter Gewinne den Druck zu spüren, das ist hilfreich, aber darum geht es nicht, es geht um die Entsorgung und das werden sie nicht wollen. Diebe können auch nicht frei über bereits Gestohlenes verfügen. Es geht hier um Grundsätzliches. Einem Dieb ist man auf die Schliche gekommen, so wer wagt es, dem Dieb das laut genug zu sagen. Robin Hood Syndrom?

  • Es geht eben auch um die guten Geschäfte in der USA, deswegen schwiegen Google UND alle anderen betroffenen US-Firmen bisher.

    Obwohl sie längst vieles wussten, und noch einiges mehr
    ahnten.

    Letztlich muß jeder privat und natürlich in den Firmen
    vrstärkt auf Sicherheit der Kommunikation achten.

    Betriebsspionage ist die Plage unserer Zeit, zb. von
    Teilnehmern einer ausländischen Firmendelegation geht eine erhebliche Gefahr aus.

    Es ist an der Zeit, auf deutsche Politiker/innen Druck
    auszuüben, damit sie das Grundgesetz ändern.

    Die darin festgeschriebenen legalen Spionageaktivitäten
    der US-Geheimdienste auf deutschem Boden sind schlicht
    unerträglich.

    Diesbezügliche Anpassungen würden den Wirtschaftsbeziehungen zwischen USA und Deutschland in keiner Weise schaden.

    Sondern sie würden blos das deutsche bisher kaum vorhandene Selbstbewustsein stärken und die Amerikaner
    auf den Boden der Realität bringen.

  • lol, am besten stellt man persönliche Daten unters BTM-Gesetz. Scheint ja die neue Sucht zu sein.

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/werbevermarktung-google-und-springer-vereinbaren-zusammenarbeit/9024568.html

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