Nun skeptischer für 2004/05
Zeiss legt deutlich zu

Der Technologiekonzern Carl Zeiss kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Heimkino-Boom und die zeitweise anziehende Halbleiter-Nachfrage haben satte Zuwächse beschert. Die abflauende Chip-Konjunktur stimmt Zeiss nun aber für 2004/05 skeptischer.

HB STUTTGART. Durch die verbesserte Auftragslage habe sich das Betriebsergebnis im Geschäftsjahr 2003/04 (zum 30. September) auf 130 (Vorjahr: 64) Mill. € mehr als verdoppelt, sagte Zeiss-Vorstandschef Dieter Kurz am Freitag in Stuttgart. Ohne Währungseffekte hätte der Gewinn sogar bei 147 Mill. € gelegen. „Die Bücher sind voller geworden. Die eingeleiteten Kostenmaßnahmen und flexible Arbeitszeitmodelle unterstützten diesen Wachstumsprozess“, sagte Kurz.

Der Konzernumsatz kletterte um fünf Prozent auf 2,14 (2,03) Mrd. €, wechselkursbereinigt wäre er um acht Prozent gestiegen. Stärkster Umsatztreiber war das Mikrochip-Geschäft mit einem Plus von 25 %. Mit 560 Mill. € war der Halbleiterbereich die umsatzstärkste Konzernsparte. Beamer und LCD-Bildschirme für das Heimkino führten im Unternehmensbereich Optisch-elektronische Systeme zu einem Umsatzzuwachs von 17 %. Im Zuge der Gesundheitsreform blieb der Umsatz mit Brillengläsern um vier Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück, das operative Ergebnis der Markenoptik-Sparte habe sich dennoch stark verbessert.

Gleichwohl blickt Vorstandschef Kurz verhalten in die Zukunft. Für das neue Geschäftsjahr erwarte Carl Zeiss bestenfalls eine Umsatzstagnation. „Wir haben das Ergebnis geradeaus geplant“, sagte Kurz. Neben der anhaltenden Dollar-Schwäche sei dafür auch der sich abzeichnende Nachfragerückgang bei Mikrochips verantwortlich, welcher der Halbleiterbranche Einbußen bringen könnte. „Die Experten sind sich aber noch nicht einig, ob der Wert negativ sein wird oder im einstelligen Wachstumsbereich liegen wird“, sagte Kurz.

Zuletzt habe Carl Zeiss einen zweistelligen Millionenbetrag für Firmenzukäufe vor allem in der Mikroskopie-Sparte investiert, sagte Kurz. Im Umsatz würden sie sich aber erst im neuen Jahr niederschlagen, da die meisten Zukäufe im Oktober und November stattgefunden hätten. Am Freitag gab Zeiss die vollständige Übernahme der P.A.L.M. Microlaser Technologies in bayerischen Bernried bekannt, an die Zeiss seit Jahren Mikroskope liefert.

Der im Sommer in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Carl Zeiss Konzern hatte Ende September 13 667 Mitarbeiter. Nach den Stellenkürzungen im vergangenen Jahr seien nun keine weiteren Personalkürzungen mehr geplant, sagte Kurz.

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