Nur kleine Auflagen
EU genehmigt Übernahme von irischer O2-Tochter

Ein Mobilfunk-Betreiber aus Hongkong darf die irische Telefonica-Tochter übernehmen. Die Entscheidung wird als Zeichen gewertet, wie sich die EU-Kommission bei der Übernahme von O2 durch E-Plus verhalten könnte.
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BrüsselDie Europäische Kommission hat die Übernahme der irischen Telefonica-Tochter für eine Milliarde Dollar durch den Rivalen Hutchison Whampoa mit Auflagen durchgewinkt. Der Mobilfunk-Betreiber aus Hongkong müsse aber bis zu 30 Prozent der gemeinsamen Netzkapazitäten verkaufen, um damit kleinere Konkurrenten in Irland zu unterstützen, teilten die europäischen Wettbewerbshüter am Mittwoch mit. Experten zufolge könnte damit auch die Richtung für die noch ausstehende Entscheidung zur Übernahme von E-Plus durch Telefonica Deutschland vorgegeben sein.

„Es ist wichtig, dass ein gesunder Wettbewerb auf den Mobilfunkmärkten erhalten bleibt“, betonte EU-Kommissar Joaquin Almunia. Dies sei durch die Zugeständnisse von Hutchison gewährleistet. Almunia, der auch die Übernahme von E-Plus durch die deutsche Telefonica-Tochter O2 prüft, sagte, in diesem Fall werde die Entscheidung wahrscheinlich vor der mehrfach nach hinten verschobenen Frist bis zum 10. Juli fallen. Experten betonten, dass die EU-Kommission in Irland offenbar nicht auf einem vierten Anbieter bestanden habe. Eine ähnlich Lösung sei nun auch für Deutschland denkbar.

Die EU-Kommission nimmt den Mitte 2013 angekündigten und 8,6 Milliarden Euro schweren Kauf der KPN-Tochter E-Plus durch O2 intensiv unter die Lupe. Die Wettbewerbshüter fürchten, dass nach dem Zusammenschluss die Mobilfunkpreise in Deutschland steigen. Telefonica Deutschland hat aber schon mehrere Zugeständnisse gemacht und bietet unter anderem Starthilfe für einen neuen Wettbewerber an.

Die hoch verschuldete spanische Mutter von O2 will mit dem Verkauf der irischen Tochter vor allem Schulden abbauen. Hutchison hat bereits das viertgrößte Mobilfunknetz in Irland. Der vom reichsten Mann Asiens, Li Ka-shing, kontrollierte Konzern will seine Position in Europa ausbauen und ist bislang in sechs europäischen Märkten aktiv. Allerdings war das Geschäft selten profitabel, weil die Aktivitäten im Vergleich mit den lokalen Platzhirschen insgesamt klein geblieben sind.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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