Nur noch drei Bieter
Bieterrennen um Pro Sieben Sat 1 kommt voran

Das Bieterrennen um Deutschlands größten TV-Konzern Prosiebensat.1 schreitet voran. Dem Vernehmen nach sind mittlerweile nur noch drei Bewerber im Rennen. Darunter zwei Konsortien aus Finanzinvestoren und indirekt ein alter Bekannter.

dpa-afx MÜNCHEN. Das Bieterrennen um Deutschlands größten TV-Konzern Prosiebensat.1 schreitet voran. Dem Vernehmen nach sind mittlerweile nur noch drei Bewerber im Rennen. Dazu zählen die beiden Konsortien aus den Finanzinvestoren Permira und KKR sowie Goldman Sachs und Apax. Zudem ist die türkische Dogan-Gruppe im Rennen, an der die Axel Springer AG erst kürzlich eine Beteiligung von 25 Prozent erworben hat.

Am Vortag hätten die Interessenten mit der Prüfung der Bücher ("Due Diligence") begonnen, hieß es am Mittwoch. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe) haben Permira und KKR bereits ein Konzept für die Zeit nach der Übernahme erstellt, wonach Prosiebensat.1 und die europaweit agierende Sendergruppe SBS Broadcasting zusammengeführt werden sollten.

Weder bei Prosiebensat.1 noch bei den anderen Beteiligten war zu dem Bericht am Mittwoch eine Stellungnahme zu erhalten. Die Finanzinvestoren um den US-Milliardär Haim Saban wollen die Mehrheit an der Senderfamilie verkaufen. Dem Bericht zufolge präsentiert Prosiebensat.1-Chef Guillaume de Posch den verbliebenen Bietern in diesen Tagen die weiteren Geschäftsaussichten des Konzerns. Bis 12. Dezember sollten dann die verbindlichen Angebote bei Saban eingereicht werden, hieß es.

Dem Konzept von Permira und KKR zufolge solle ein möglicher neuer TV-Konzern aus Prosiebensat.1 und SBS unter dem Dach von Prosiebensat.1 zusammengeführt werden. Sitz solle demnach Unterföhring bei München bleiben. Auch das bestehende Management von Prosiebensat.1 solle bleiben, hieß es. SBS, nach der Übernahme durch die beiden Finanzinvestoren von der Börse genommen, unterhält europaweit 19 Fernsehkanäle sowie 21 Pay-TV-Sender.

Zuletzt hatte die Dogan Yayin Holding um den türkischen Medienzaren Aydin Dogan bekannt gegeben, dass sie sich am Bieterrennen um den 50,5-Prozent-Anteil an Prosiebensat.1 beteiligen will. Dies hatte auch Spekulationen genährt, dass die Axel Springer AG, die mit ihrem Übernahmeversuch für Prosiebensat.1 an Kartellproblemen gescheitert war, möglicherweise einen neuen Anlauf unternehmen wolle. Der Verlag selbst hatte dies zurückgewiesen. Der Kauf der Anteile bei Dogan TV habe mit Prosiebensat.1 nichts zu tun, hatte eine Sprecherin unter anderem erklärt. Zugleich sei vom künftigen Eigner abhängig, ob Springer seinen derzeitigen Anteil von zwölf Prozent an Prosiebensat.1 abstoße, behalte oder sogar erhöhe. Dazu hieß es am Mittwoch in Branchenkreisen: "Springer ist nach wie vor höchst interessiert."

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