Obama und Cyber Security
Schwerer Gang ins Silicon Valley

US-Präsident Barack Obama reist an die Elite-Universität Stanford, um das Silicon Valley zur Zusammenarbeit gegen Cyberattacken aufzurufen. Doch die Webgiganten sind seit der NSA-Affäre schlecht auf ihn zu sprechen.
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San FranciscoEs ist einsam geworden um den einstigen Star im Silicon Valley. Wenn Barack Obama am Freitag in Stanford die Eliten der Tech-Industrie zur Zusammenarbeit aufrufen will, wird er ziemlich alleine sein. Kaum ein Vorstandschef der bedeutenden Webgiganten lässt sich blicken, wenn er US-Unternehmen dazu aufruft, mehr Informationen über Cyber-Attacken untereinander zu teilen und, natürlich, auch mit der Regierung.

Eine entsprechende präsidiale Anweisung wird Obama am Freitag an der Elite-Universität unterzeichnen, bestätigte das Weiße Haus am späten Donnerstag. Im Zentrum stehen ISAOs, (Information Sharing and Analysis Organisation), die als zentraler Hub für den Informationsaustausch dienen sollen.

Hintergrund sind die zunehmenden Hacker-Angriffe auf amerikanische Unternehmen. Zuletzt hatte es Sony Pictures erwischt und den zweitgrößten Krankenversicherer Anthem. Dem waren rund 80 Millionen Datensätze von Kunden abhandengekommen mit so brisanten Daten wie der Social Security Nummer. Das ist die lebenslange Identifikationsnummer eines US-Bürgers. Wer sie in Händen hat, kann zusammen mit anderen Informationen wie Namen und Geburtsdatum, praktisch ein Leben ruinieren, unter falschem Namen Kredite und Hypotheken aufnehmen oder gefälschte Steuererklärungen einreichen und die Rückzahlungen kassieren. Ein extrem gefährlicher Datendiebstahl.

Doch die Unternehmen zögern, Obamas Forderungen nachzukommen. Zu tief sitzt das Misstrauen nach den Enthüllungen über Spionagepraktiken des Geheimdienstes NSA. Der hatte sich unter anderem in die internen Netzwerke großer Silicon-Valley-Firmen eingehackt und Daten abgesaugt.

Das hat etwa Google, Facebook, Yahoo und Microsoft dazu veranlasst, sämtliche interne Datenkommunikation zwischen seinen Rechenzentren zu verschlüsseln. Facebooks Mark Zuckerberg hatte persönlich bei Obama angerufen und seinem Unmut Luft gemacht.

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