Obermann baut um
Die Telekom entdeckt den Service am Kunden

Der neue Telekom-Chef René Obermann spart nicht mit Selbstkritik: Beim Service bestehe „massiver Verbesserungsbedarf“. Nur so könne der Kundenverlust gestoppt werden. Mit mehr Freundlichkeit und Kompetenz alleine dürfte sich das aber nicht bewältigen lassen. Das weiß auch Obermann und hat deshalb ein Bündel an Maßnahmen präsentiert.

HB BONN. Der neue Chef der Deutschen Telekom will der Konkurrenz in Deutschland mit einer engeren Verzahnung von Mobilfunk und Festnetz Paroli bieten. „Wir müssen die einzelnen Kundengruppen besser verstehen und gezielt ansteuern“, sagte Rene Obermann am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Bonn, wo er seine neue Führungsmannschaft vorstellte. „Besonders in Deutschland werden wir dies aus einer Hand leisten und uns nicht mehr fragen, was macht T-Com und was T-Mobile, sondern was wollen unsere Kunden.“

Obermann warnte jedoch vor allzu großen Erwartungen: „Das ist keine Aufgabe, die wir in wenigen Monaten bewerkstelligen können. Deutschland ist unser größter Markt und unsere größte Herausforderung zugleich. Wir stehen in einem harten Wettbewerb.“ Die Telekom hatte allein in den ersten neun Monaten rund 1,5 Mill. Festnetzanschlüsse verloren. Mit einer stärkeren Betonung der Kundenbindung, besserem Service und niedrigeren Preisen soll die Abwanderung gebremst werden. Genauso wichtig sei es, im Geschäft mit dem schnellen Internet (DSL) den Marktanteil zu halten und auszubauen. „Hier liegen die künftigen Umsatzpotenziale“, sagte Obermann.

Die kräftige Nachfrage nach den neuen Bündelangeboten aus Festnetz und Mobilfunk zeige, dass das Bild der in Scharen davon laufenden Kunden schief und einseitig sei. „Der gemeinsame Marktangang von T-Com und T-Mobile zeigt erste Wirkung“, sagte Obermann. Die Telekom sei im Weihnachtsgeschäft gut unterwegs. Das Unternehmen sei aber nicht in der Lage, die Verluste von Festnetzanschlüssen kurzfristig zu stoppen. „Wir können keine Wunder erwarten“, sagte Obermann.

Die Telekom leidet nach Ansicht von Beobachtern bisher unter einer mangelnden Zusammenarbeit der einzelnen Sparten. Obermann baut deshalb die Führungsspitze um. Er holt zwei Vertraute aus der Mobilfunksparte in den Konzernvorstand. Timotheus Höttges löst T-Com-Chef Walter Raizner ab. Nachfolger an der Spitze von T-Mobile wird der dortige Technikchef Hamid Akhavan. Beide sollen im Vorstand auch für konzernübergreifende Aufgaben zuständig sein. Höttges verantwortet Vertrieb und Kundendienst in Deutschland, Akhavan übernimmt die Bereiche Produktentwicklung und -innovation. Die Netz- und IT-Strategie sowie die Verantwortung für den Einkauf von Infrastruktur liegt weiter beim Chef der Geschäftskundensparte T-Systems, Lothar Pauly.

Keinen dauerhaften Nachfolger hatte der Aufsichtsrat am Dienstag für den scheidenden Personalvorstand Heinz Klinkhammer gefunden. Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick übernimmt das Amt zum 1. Januar kommissarisch. Ein Nachfolger werde intern und extern gesucht, sagte Obermann. Der 60-jährige Klinkhammer verlässt den Konzern zum Jahresende. Die zunächst als mögliche Personalchefin gehandelte Telekom-Managerin Regine Büttner zog ihre Kandidatur zurück; sie hatte erhebliche Kritik einstecken müssen, weil sie der Gewerkschaft Verdi nahe steht.

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